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Full text of "Das Geistige Ringen zwischen Christentum und Deutscher Gotterkenntnis"







xXIlF-: 











DAS GEISTIGE 
RINGEN ZWISCHEN 



CHRISTENTUM UND 



DEUTSCHER GOTTERKENNTNIS 




von I.WENTZEL 




ff i VERLA»©. 



8 



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S)a0 getftige Dringen 
§tt>tfc^>en (S^riftenftim nnb 



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3Ife SBenf el 



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3 7 



£«&en&i>tffö 93 e r l a g ©. m. 6. $., 3TTC Ott eben 19 



preis 40 Dtpf 

14. bis 16. Xaüfenb 

Mt Mttytc, inSbefon&ere &as »et fiberfe§ung in frem&e <5prarf>«i, behalt «fty i>« 33«rfag eor. 

ßufcen&orffs 23er[ag ©. m. 6. £., OTünrfjen, 1937 / Printed iß Getmany 

Drude: (*. DlfüFjItfwter'a Sud)» unfr Äunfl&ru<ferei ®. m. b. £., OTflnd>*n 



£)ci0 geifftge D&ttgett gftnfdjen (Sfytifientum 
unb bettffdjer OBoftetf ennfntö 

233enn in folgenben 233orfen aus ber unermeßlichen gulle leBenowidjfiger (5r= 
fennfniffe ber :pt}iIofo;pf;ifct)en 233erfe ©r. TOaffyilbe finbenborffö, beten 3nf/alf wir bie 
„©euffdje ©offeeerfennfnio" nennen, einiges wiebergegeBen unb ben 233efen0gügen bee 
ßt)tiffenfum0 gegenüBergefieQf wirb, fo wirb f/ierBei im einzelnen bat»on aBgefet)en, 
immer wieber gu Betonen, ba$ alle bie gemachten Angaben unb 2BiebergaBen in jenen 
233erfen bet $r/iIofor>t)in it)re unanfaftBaren ©runblagen unb 23ewei0fut)rungen 
erfahren I)aBen. 60 Wirb aud) gang bat»on aBgefefyen, immer wieber gu Befeuern, wie 
unenblid) »ieleo an leBenowidjfigem ©er)alfe bet 253erre unerwähnt Bleuen muß, ba 
eo fdt)letf;ferbing0 nicfyt au0 bem 3uf"*mraent)ang getiffen werben fann. S)ie <25d)riff 
aBer x)af ib,re Berechtigung unb if/re 35ebeufung, ba fo »tele gunäct)(t einmal einen 
flücfyfigen SinBIuf erfet)nen, um bann fpäfer ftd) grünbticrjer mit ben <5*agen unfere© 
großen gtett)eirl!amr>fe0 gu Befaffen. 

£)er wefenfßd)e ©eftd)f0r<unfi, t»on bem au0 man am tieften eine Dteligion ober 
eine ©offerfennfmo Befragter, ifl ber it)rer feelifdjen 2Iu0Wirfung; bagegen treten 
reßgiongefcf>icf;tIicf;e (Störferungen an SBidtjfigfeif gurttcf ; benn jebe ©lauBenoüBer* 
geugung ruft in ifyrem Sräger eine gang Beftimmfe ^alfung t)er»or, »ermittelt it)m 
23orffeEungen unb fifflict)e 33Serfungen, auo benen er feine 2D3eIfanfcr)auung fotmf. 
2lu0 ber gewonnenen SinfleHung f;erau0 Beantwortet ber OCTfcenfcf; bie Keinen 2tHfag0- 
unb bie großen SeBenofragen, trifft feine Snf fd)eibungen, Befrimmf fein ipanbeln ; er 
witt feine Söelfanfdjauung r>erwirfticf;en. @o wirb bae religiöfe 235eIfBiIb, bae 
ber eingelne unb bao ein 'XSoVt in feiner ©eele frägf , gur ©runblage bes gefamf en SeBeno 
unb wirft (icr; enf fcr/eibenb auf alle äußeren SeBensgeBief e au0. Siefe ©runblage Weifl 
ber SeBenogefialfung flare 2Bege. (Sine ÜBergeugung burcfybringf unb frägf bie @eele 
bte 3Q£enfct)en jeben 2XugenBIicf feine© SeBen© ; niemalo fann fte wie ein ©eBraud)0* 
gegenfianb BelieBiger ÜUrf fyeufe Befäfigf unb morgen aBgelegf werben ; man tarnt md)i 
Beftimmfe Sage unb ©funben feflfe^en, in benen fte ©ülfigfeif t)aBen unb anbete, in 
benen (ie außer Äutö gefe$f fein fott. ÜXtan fäufdt)f fttf) felBfl in ber 2lnnat)me, baß 
eine »erbäcf;fig geworbene 233etfanfd)auung feinen Sinfluß auf bas SeBen ausüBe, weil 
man ficf; nidjf um (te tttmmerf, fonbern nur in SäfyreoaBflänben Bei Befonberen ©ippen» 
ereigniffen einigen ©eBraucfy von it)r mact)f. Ser (Sinfluß reid)f immer tiefer, folange 

3 



(te nid)f &ößig burd) eine anbete 2KMtanfd)auung überwunben ijt. Sie Dteligion ober 
©offerfennfnis wirft auf bie 23ewu|3tfemsfabJgEeit bet 3Itenfd)enfeele na^alög ein. 
Sie ©runbträfte ber @eele : ©etnüf, Vernunft unb 2D3itte werben »on ifyt gelenft 
«nb geflalfen »on innen betaus bas ©ingelleben, ©efd)iä)fe unb Äultur bes SSoHes. 
&o l ann es aud), abgefeiert »on religiös »eranlagten 3Qfonfd)en, für aße, bie baß Seben 
nur »on feiner j>ra£fifd)en ober poßfifd)en (Seife betrachten,, feine wichtigere ©runb« 
erfenntnis geben, ab bie 6in(td)f in bie religiöfen £ebensgronb[agen unb ü)re 2lus= 
wirfungen auf bie @eele. 

Sine richtige Bewertung biefes tiefflen Sebensqueßs ergibt (Id) aus beut (Srfennen 
ber ®efe|e ber (Singel* unb ber 23ottsfeele, bie ftd) wie alle (Srfcbeimmg, bero @inn bet 
(SdjöpjunginfcoBforamenjlerSBeife einorbnen. DTurein reßgiöfes23Mtbilb, bas im (Sin* 
Hang mit biefen @eetengefe§en ftifyt, t ann £ilfe fein, um bm göttlichen @inn bes 2D3ett* 
aßs unb bamit bes 9Qfonfd)en= unb SSoösIebens gu »erwirflid)en. (Sin rafd)er 230c? auf 
bie 9Itenfd)en unb ü)r afltäglid)es XSerbalfen geigt, ba$ es nid)t genügen farm, nur 
5äb,igfeifen bes menfd)ßd)en Sewufjffeins gu befragen, fo aufbringtid) (te ftd) aud) 
in ben SSorbergrunb brängen. Sas 23ewu0ffem i(l nid)f bie eingige ©eelenjlufe, bie 
int 30fortfd)en entjtanb. (©ie^e „Ses 0Kenfd)en @eele" »on Sr. OttafbJIbeSubenborff.) 
Unbewußtes (Seelenleben töjle fd)on in ben emfad)fien gellen, ben 23orfcu;ten atter 
bieten Sebewefen, lebenswichtiges irjanbetn aus unb ruf es fyeute nod). Unbewußtes 
(Seelenleben bewirft aucb, in ben Äörpergeflen bes 9flfonfd}en, in feinen Organen, Sag 
unb D?ad)t rajllofe 2lrbeif im Sienjie ber Sebensertyatfung. £ö^ere ftäljigfeiten er« 
Warfen in ber unterbewußten (Seele bes Slietes, bie afles ©rbwiffen birgt um tebens« 
wichtige unb lebenbebrofyenbe (Stnflüffe unb gwangsläujig burd) jpanblungen barauf 
antwortet. Sas Unferbewußffem bes Sieres, bas fd)on Wa^rne^men, benfen, füllen 
unb b, anbeln fann, fiebert burd) (Srbinjtinffe bie (Selbjb unb 2irferb, alfung. 2lud) biefes 
Unterbewußffem fyat in ber 9Itenfd)enfeele wichtige Aufgaben. 

Sie §öd)jle (Seelenfhtfe wacher JBewußfbetf erreichte nur ber Dltenfd) ; (te fd)enft 
ü)m bie DTtögltj^fcif, alle (Srfd)eimmg gu begreifen unb bas ©öfflid)e, bas alle 6r= 
fd)eimmg burdbfeelt, %<mn$t gu erleben. Somit waren für ben 9Kenfd)en aud) anbete 
fiebensformen gefd)affen als für bas burd)3wang geregelte Sierbafein. 2tus@rünben, 
bie nod) erörtert werben, Jann bas menfd)tid)e 23ewußffein nid)f gwangsläuftg nur 
götf liebes ÜSefen in jtd) tragen ; fo feb, en wir böd)(le ©eetenwacbjb, eit in ber @d)öpfung 
begleitet »on einer angeborenen Ittwofffommenbeif, bie es bem 9Henfd)en allein möglid) 
mad>f, |td) ber (Srfüüung feines £ebens|tnnes gu »erfagen unb in ber 23erfommetu)eit 
tief gu »erfinfen. fieid)t ifl es, ben Urheber biefer UrtPoÖfomraen^eit, ben nimmerfaften 
©ettflerbalfungwitlen gu erfennen, ber im TOenfc^en (td) nid)t mit ber Safeinser* 
Gattung begnügt, fonbern in fetner ©ier nad> Su(lerfußung, «wieberb, olung unb «jlei» 
gerung unb in feiner Seibangfl bie ©eele beberrfd)en will unb bie ^CernunfE in feinen 
Sienfl (lellt, um bie dXtitttl unb 2öege gu erftnnen, bie ungöfflid)en 3»I« S>» erreichen. 
2ttte 2J55ab,rnebroungen ber lim» unb 3nnenwelt bes SHlenfcben werben mtt bem 



ÜltaßfiaB beeSieree gemeffen: bringt mir bae 9?u$en? ober @d)aben ? 3GSemt nid)t, 
fo ifi ee mir feiner 23ead)tung werf ! Sng unb bürffig ijl ber SeBeneraum foldjer 
@eelen. 3ted)f »erfd)ieben iji bie Dftd)fung ber £eBeneWünfd)e. jrjöd)fler SeBeneimjalf 
(inb 3teid)fum, ©ewalf über anbere, (Srfuuung ber SrieBwünfdje, 23efiriebigung ber 
©elbflbewunberung, Oiufym unb ä§nlid)ee. Sie Dltenfd)en unferfdjeiben ftd) burd) 
bie utwoHEommenen 2Bünfd)e unb $itle ü)ree ©elbfler^atfungwiUene unb erfd)weren 
fid) ein gegenfeifigee SSerflefyen, Bie off ber £aß in j$ant, Weib, 23o6b,eif unb 3tad)e« 
burfi gegen alle nnerwünfd)fen 9ß3effbewerber münbef. Siefer wirb bie Äluff gwifd)en 
ü)nen, wenn ber ©rab ber QSermmffeinficfyf fie »oneinanber trennt in 23egabfe unb 
fd)wäd)er 23egabfe ober 233iffenbe unb fünfllid) unwiffenb ©efyalfene, unb wenn pt 
biefen inneren ltrfad)en bee 3Qföfj»erflefyene unb ©egeneinanberringene nod) Don außen 
fyer 2Mefyren gegeben werben, bie ben 23ewußffeineint;alf »erwirren unb butä) »er» 
fd)iebenarfige, wdfynburd)fe$fe 233elfanfd)auungen eine unüberbrücfBar erfd)einenbe 
©egmfa$lid)feif im 23oIfe fd)affen. Sae 23ewußffein ifi nid)f nur bie §ob,e (Seelen* 
jiufe, bie Bewurfes ©offerleBen fd)entr, ee ifi aud) bie 23ruffläffe aller ltn»oHfommen= 
l>eif bee einzelnen unb allee OTRißt» erflefyene im SSolfe. 2jßir müßten mutlos werben in bem 
Reißen, teibenfd)afflid)en Düngen um eine feelen^affe 23olt0»erBunben§eif, wenn bae 
SeBen nur aue bem fo gefcd>renreid)en SSewußffemeinbalf geflalfef würbe. 2>n »oH« 
fommener 233eife fid)erf aBer bas and) im 3Cfanfd)en wirffame ItnferBewußffein bie 
©eeleneinfyeif im 23oöe, unb wae burd) biefe tiefere @eelenflufe an 2Befenegleid)Elang 
bem QSolfe gegeBen wirb, ifi flärfer ale alte äußeren Trennungen, bie bae 23ewuj3ffein 
errid)f en fönnf e, weil ee bas fieffle Srleben ber @eete wad)erbalfen fann. 23om Unter» 
Bewußffein bee £TRenfd)en aue erfüllen bie einenben Gräfte bee Srbgufe h)t »olfeer« 
^alfenbee 2lmf. Sie 2lrf feiner QSerwertung im 23ewufjf fein im göfflidjen ober un= 
göttlichen @tnne enffd)eibef erfl üBer ben mora!ifd)en 235erf bee einzelnen ; nie giBf 
bae (Srbguf an fid) fd)on eine 9Iteb,rwerfigfeif. 3««"^ aBer gießen 23olfegefd)wifler 
aue i^m iljre befien Äräffe, in ifym wurzeln fie mit bem £eben ifyrer @eele, bie enb» 
gültige ©elbflgeflalfung eintritt. Sae Söewußffein mit ber angeborenen Un»oIl£om= 
menl>eifunb ber gäbjgfeif ber @etbfifd)öj>fimg jur ^ollfommenfyeif Verwertet nad) 
eigenem (5nffd)eib bie (Srbanlagen. (@iel)e „©etbflfcfyöpfung" »on Sr. 9QfEa£^iIbc 
fiubenborff.) (Sin raffereinee 23oß trägt biefe IeBeneformenben Äräff e als ©runbrid)fung 
allgemeiner 2Irf in ber (ÜDeele. Sie 2JBfonberung bee QSoöee »on ber Diaffe ifi ein 
gefd)id)flid)er Vorgang, Bei bem bie 3taffefumlid)&>if gur XSolfeeigenarf fid) formt; 
fo werben 23ööer gu Dfaffeperfonlidjfeifen, wie bie Sin§etperfönlid)feif »on ber &ippt 
fid) fonberf. (©ie^e „Sie 2SoIfefeeIe unb i^re 9>3lad)fgeflalfer" »on Sr. JXltat^ilbe 
Subenborff.) 6in fotd)ee 5Soß ifi eine gefd)Ioffene ©eelenein^eif; bie XSoöefeele »er« 
Binbef in ©eelen» unb ©d)icffar0gemeinfd)aff bie ißlufegefd)wifler. 93on ber ©eelen» 
gemeinfd)aff bee QSoöee fd)Iießf ber fid> freiwillig aue, ber bie @eele bee 23otf ee nid)f 
erleben unb i^rem ernflen DHa^nen nid)t folgen will, Weil internationale Sim)eifen, 
Wie fie 9Cßarriemue, gteimaureret, ß^riflenfum unb ©e^eimorben errichten, b,öt;er 



flehen unb bae %id femer 2S5aljI ftnb. SYity lorperlidje 9Iterfmate, fonbern feelifdje 
SSefetw^uge, bie bebingf ftnb burcb, bei» göttlichen @inn be© Sltenfcb/enleben©, fd^affe« 
bie wefentfidben Unterfcfyiebe ber 3taffen. 5)ie 22>irrni© unjäfyliger ©injelmerEmale fällt 
auf feelifd)em ©ebiefe weg, unb tu erhabener Ginfadbb/eif ent^ültt ftcb, ba© ©eelenerbe 
ber [Raffen. 3)a© 23ortyerrfct)en be© 22>iHen0 gum SSanbel ober be© 233iHene junt 'XStt- 
Weilen fonberf fte in Wanbelfrofye unb beharrliche Waffen. S)a© fyeiligfle, innerfle 
©rieben ber @eele, bae ©otterleben, fremtf fte barüber hinaus burcb, unüberbrückbare 
©egenfa$e in ©ruppen mif goff froren „SidjtTe^ren" unb folcbe mif furcbfgeborenem 
©otterlebnis, mit „@djad)ttefyren", unb legt im ©inflang mif ber 2lrf be© ©off erleben© 
bm Dtaffecfyarafter fefl. 2lu© biefen wefenfyaffen ©egebetü)eifen formen bie Dtaffen ifyre 
arteigene Stttoral, bie bae äußere Seben prägt ^mmer, roenn im 23ewu0ffein biefe 
@aifen anklingen, auf benen bae ©eelenerbe ber 3tajje feif ^^rtaufenben miffcfywingf, 
immer, wenn aus ber tieferen ©eelenflufe bee Unferbewufjffein© ©otterlebnisarf ber 
2Xfynen als ungerflörbare© lebenbigee ©rbe im 23ewu0ffein auffaudjf unb am ©rieben 
teilnimmt, wirb bie wacfye ©eele be© 3Tad^fat)ren tief ergriffen im ©emüf . 23om (Sin« 
Hange ber ©offlefyre mit bem ©eelenerbe bes 'XSolfts wirb e© abhängen, ob fie al0 
fragenbe Äraft im einzelnen UXtmfäm eäjfes, gemüfafiefes ©rieben wecff unb wcuf) 
erb, älf , ob fte bie 3üge bee 3Jaffect)ara?f er© entfalten wiE, ober ob fte ftcb, ber angeborenen 
©rlebniearf unb tt}ren ftffli$en 235erfungen t)emmenb in ben 233eg fleEf. @ie fann ber 
gottgewoEfen ©igenarf £ilfe ober 25erberben fein, fte flärfen ober burdb, gegenfaflicfye 
gwberungen bao SSoH tief in bie ©nfarfung flößen. 3m ©otterleben ber ©eele liegen 
bie CKaffemmferfdjiebe, bie jwei grunbfcerfcfyiebene 2öelfen be© ©rieben© unb feelifdöer 
Haltung fdjufen. gurcfrf »or perfonIict)en außerwelf lidjen ©öttern, ©rattern in feelifcfyer 
Öljnmaäjf, bebingunglofe Unterwerfung unter »ermeinflicfye flarre ©offeegebofe unb 
„goffgefanbfe@d?ic?faIefd&täge" erwetfen eine anbere @eeletü)alfung bem Seben gegen» 
über, prägen anbere SfyaraEf ereigenfcfyaffen unb anbere TOoral, wie bie föttube bes ©off = 
erleben© in eigener (Seele, ©elbffoerfrauen px u)tm göf£ltdt)ett Äräffen, JreiwiHigfeif gu 
göttlichem %un unb gur 3Itenfdjenwürbe, bie ©elbftoeranfworfung unb @cf?ic?fal9= 
Jampf aus eigener UXtafyt unb ©färfe wiE. Sie flarfe, Weit gottbewufjf e (Seele tnafynf : 
„@ei fiolg, feiflarf, fei furchtlos, fei befyerrfribf , fei£ilfebem©blen, fei23ernici)fung bem 
23öfen, fei ^erjeigen bem QSolfe, fei geinb feinen fttinbenl" Sie in Slmmad^f unb 
©elbflerniebrigung auf ©nabe b, offenbe (Seele furcb,fef felbflftd^erenSbelftnn, 233eisb,eif 
unb Äraff , unb erb, ob, t anbere© im Seben : „©onbern was förieb, t ifl »or ber SSeli, 
bas 6,af ©ott erwäb,Ief, ba0 er bie 2Seifen gu @db,anben macbe; unb toas fcb,wacb, ifl 
»or ber 233elf, bas fyatt&ott erwäb,Ief, bajj er gu@t6,anben mad)e wa© flarf ifl; unb 
bao Itneble »or ber 2ßett unb ba© 23erad)fefe b,af ©Ott erwab,le£, unb ba© ba nicb,fo 
ifl, ba$ et lunifyte macb,e, Was etwa© ifl!" (1. Äor. 26—28.) „ßiebef eure geinbc, 
fegnef bie md) fludjen, bittef für bie, bie euä) beleibigen unb »erfolgen!" (25ergprebigf.) 
23ringf man einem 25oHe lieb, t froren ©otterleben© eine ^nrtt) t -■ ober @cb, ac^fteb,re, 
fo !ann fte ©emüfsöefe nicb,f werfen, bas (Srbguf fann ftdb, nicfyf an i^rem ©rieben 

6 



beteiligen; fo löjt jte ben Ofltmfcfyen »on bem eckten, feelenfiefen ©rieben bes ©öfflicfyen, 
bas ©emüf erfalfef unb »erfladjf , unb £eudjetei, »orgefäufdjfes ©emüfserleben triff 
^äuftg genug an bie ©feile. 

3«» bie Sxäger ber gtembleljre (inb off fo ferne abgeglitten »on edjfem, bas ganje 
Safein burefyftufenbem ©offerleben, bafj fie in ben wenigen fünftlidj feflgefe|fen 233eu)e» 
jiunben i^res Sebens auä) erfüllt fmb »on ber 9<Tü$lidjfeifgier unb bem ßujtflmten, bie 
(le fo flarf im 2lllfag beb/errfcfyen. Sie ^Jrebiger bes ßfyrijtenfums t onnfen vom frühen 
DCßiffelalfer an biß b,eufe nicE>f genug gegen bie Öberflädjlicb/taf in ©laubensbingen 
eifern. „33efonbers würben Älagen laut über bie Seilnafymslofigfeif ber 233eiber. Sie 
Äircfce galt als ©efeHfc^afforf, in ber man D^euigteifen ausfaufcfyfe, über Äinber unb 
©ejlnbe fdjwa|fe unb mir Dlfcmnern liebäugelte." 

233er es ernjter mit ber fremben ©offlefyre nimmt, ber fefyalfef , um »or feinem 6rb- 
erleben befielen gu rönnen, »iele ber grembforberungen aus ober beutet fie um unb 
wirb bamif une^rlicb, beut ©laubensinfyalfe unb fidj felbfi gegenüber ; er ßefyt »or ber 
©fimme feines 23lufes in »er£ängms»otler ©elbftfäufcfyttng unb erfdjwerf fidj unb 
feinem 2Soffe bas gteiwerben »om grembtum. ©ibf ftc§ bie beunruSJgenbe ©fimrne 
aus bem (Srbgufe immer nodj nid^f jufrieben, nun fo mu# (le als feuftifdje 2Serfuc§ung 
gewalffam abgeföfef Werben, bis fein leifes 2£^nen je mefyr bie $tiebfyofrtu)e ber 
abgeworbenen (Seele jlörf unb fie ftd), erfalfef unb erflarrf, bem grembgoffe gebeugt 
fyaf. Surcb, folet) furchtbaren ©eelenwanbel ifl bas Dtaffeguf eingefcfyläferf, betäubt 
ober ger|törf. 253enn audj bas ßfyrijienfum als gtembreligion für unfer XSolf einen 
(Sinftang mit bem ©örtlichen erfrrebf, fo ift es bie jübifcfye ©eele, bie in u)m bie 233ege 
fud?f unb füfyrf; biefe 2Sege fmb für bie arf anbete Seuffdje ©eele ni<$f gangbar, 
wenn fie u)rem 233efen freu bleiben will. Öuafiooll ifl es für raffejtarfe ©eelen, ben 
erzwungenen 233eg ber Gnfarfung px geljen. Sas gewaltige tobesmuöge 2lufbäumen 
ber ©ermanen gegen bie brutale ©nfüfyrung bes (S^rtjtenfums fpridb, f eine erfdjüffernbe 
©pracb, e, ebenfo wie enf fprec^enbe Vorgänge bei anberen QSöIfern. (@. „23erfdjüffefe 
^olfsfeele" »on Sr. JR. Subenborff unb „Sie Sidjfbringer" »on (Srid? ©djeurmamt.) 
©offgeeinfe ÜXtenfäen mit einer felbffoerfiänblid) gelebfen arfgemäjjen ©iffticfyfeif 
taumeln fämpfenb in 21bgrünbe ber ©off ferne burd) Dteligionen, bie im ©egenfa| puu 
(Srbguf flehen. ©ie werben feelifd), gugleidj aud? polififd? unb wirffdjafflieb, bie 23eufe 
ifyrer 2$erfüb,rer. Sr werben bie grauenhaften Stftaffenmorbe unb ßinjelmorbe hierbei 
meifi me^r gefe^en, als bie off lebenslange ©eelennof ber Überlebenben; off war ber 
graufame ©ewalffob noc^ fanff gegen ben langfamen ©eelenmorb. 3«» Älojter »on 
@f . ©allen wanberf e ein junger JXtönä) ruhelos bei Sag unb ülaa^t einher : bem Älofler 
geweift, fonnfe er aus feiner Seuffcfyen ©eele bie 233eIfaHweife beg ©offerlebens, 
@folg unb Qxei^eifburfi nic^f bannen, um jtcfy auf bie cfyrifilid^religiöfe 2XSeIf einju» 
engen unb iljr fic^ ju beugen; eines DTac^fs machte ber freiwillige ©furg »om Sad^e 
ber Äloflerfirc^e bem qual»oSen Dringen ein Snbe. 3nnerli(f> jerriffen unb jroiefpälfig 
wirb berOKenfd^, in beffen @eele mif rob,er®ewaIf bas25anb jerflörf wirb, bas ben 

7 



©«Hang ber23ewuf}ffein0flufen ftdjerf, wenn ein bem (SrBerleBen besltnferBeWufjffein© 
»erwanbfes 2BeIfBilb im 23ewuj$ffem ftet/f unb einheitliches ©eelenleBen erhält £in 
unb f>er gegerrf burdj ererBfe 9Itoral unb Dfaffecb/Oratter einerfeifs, unb anbetfeite 
ftorberungen bet $«mbreligion, bie bem 25ewu#ffein aufgegwungen tvetben mußte, 
weil fie freiwitßg nie angenommen wäre, tiefen bie Sttfwurgelfen ein 23iü> bes @cr;Watt= 
Eens unb ber üngu»erläf(igf eif im SeBen. SSerflacbJ unb wurgelloe, erfennen (te f aum 
mei)t, wie immer wieber bas (SrBguf in ifynen rannt unb gur ^eimfe^r raatmf ; bie 
(Stimme bee SrBgufes, bie burcfy 3>Itufferfr>ra(r;e, arteigene Äulfur unb SSoffsBraucb, 
immer wieber ir)r ©emüf Bewegen unb arteigenes ©offerleBen werfen mötyte, wirb 
nid)t mtfyt erfamtf. SSorfrefftidj b,af bie gtembreügion bafür geforgf, ba$ im 23otte, 
bae feine §ofc;en Äulfurgüfer gegen alle 2lnfd?Iäge fefi^ieü, gurainbeflen bie auegelöjie 
©emüfsBewegung in ben SDienfl ber $rerabler;re gefteßf würbe. Saß Q3erbrängen ber 
DttTufferfr>racr;e würbe burcb, Einführung bte Safeinifcfyen unb fyeufe von 333elffpracr)en 
wie (Sfperanfo »erfudjf ; bie Äultur würbe üBerfrembef, unb nur Kulturgüter, im 
äußeren ©ewanbe bee Gfyrijlenfums unb im Sienjle feiner Äircfyen gefcfjaffen, burffen 
in ü)rem ©euffcfyen 23Befensget;aIf an bae ©emüf rühren. 3m (Sfernenmanfel §«900, 
ben gujj auf bet DTeuraonbjicfyel, Äleinob, bae Öbinsfinb auf bem 2trm, fo |iet/f man 
bie jübife^e 3immermannsfrau, bie in ben Ghoangelien eine recfyf unBebeufenbe DtoHe 
(pielt, a&geBilbef, gur germanififyen Otftnfferefyrung im SDienfte ber Äirdje anregenb. 
23ei feinem unferer 3<d?* e 0fejle faßt bie Hmfälf<^>ung oon JSraua? unb (Sinn fo fe§r 
in bie 3Iugen wie Bei bem £)euff<fyen Öflerafeft. 3)euffcfye feiern ben ^rür/lingsBcgüm 
mit bem frohem (Srwacfyen ber ÜTafur nacb, 233mferflarre; üBeraH regt fi<t) neues £eBen: 
bie Bunten grü^IingoBIumen Breiten im erfien ©rün flrabjenb bie SMüfen bem ßidjf 
entgegen; bie (Stimmen ber XSögel loifen mit trautem (Sang gur Paarung. ÜBeraü 
(irat;Ienbe SeBensfreube unb (Sdjaffenslufi 3« biefem 2lufafmen ber 3?afur be^nf 
auch, ber dltenfä) bie 2Irme wieber gu neuem 25Sirfen nacb, OTonafen ber 2BinferfliHe ; 
aurifj feine (Seele weifet ftd) unb ftimmf in tiefer gxeube m ben gtftfang ««• 3«« froren 
geft ber Blumengefcfymücffen ©öffin Öflera gaBen bie SSorfafyren biefem SinfyeiferleBen 
»on dXlenfä} unb (Scfyöpfimg 2lusbruct 25unfe Öflereier gehören gum gtftBraud?, 
ein ©innBilb BunffarBig erwadjenber OTafur unb geBefreubiger £eBenstufi. 255as t/af 
bae (Stjrifienfum aus biefem gejt gemacht? Sine 233eit;eftäffe ber ©öffin £)ftera im 
Dtegenftein Bei &IanfenBurg am iparg g. 25. fyaben (te bnrct; bie &egeict;nnng „baß 
ipur^aus" entehrt. S)ie gange (Seele ber ß^rifien aBer ijl t»on bem natürlichen (Stieben 
ber jpeimaffreube aBgelenff unb wirb burtt; bie Seibensgeif bee jübtfdjen Srlöfers 
gefeffelf. ÜXtit f(t;wargen Srauerfleibem, bem fo^wargen ©eBefBuc^ unter bem 2trm, 
ffl^reifen (ie gefenffen i^aupfes in bie Äirc^e (Äerf) unb opfern i^ren frot;en SeBensmuf 
am 2IIfar bes gefeeugigfen 3«benfönig0. ülad) ben 2S5odjen nieberbrücfenben UXtiU 
erleBens läuten bann bie „aus Dtom gurüdgef ehrten", päpftüd) gefegnefen Öfterglocfen 
bas gtfl ber 2luferfie^ung bte göttlichen Seio^nantö ein. S)iefer fo frembe Sejifinn f ann 
bas ©emüf niir)f natürlich unb tief Bewegen ; bie religiöfe Seibenfd^aft, ber gewalf burflige 

8 



Fanatismus tritt oft an bie ©feile Haren Senfens anb echter gemütvoller Srfyebung. 
@o wirb bie ©emüfsbewegung ber @eele etflicEf ober »erwerfef für bte 3«te ber 
gtembreligion, ber bte ©laubigen in (sSetbflfäufdjung ü)r ©rieben gu banfen »ermeinen. 
JXtan möchte biefen DTOßbraucf; ber 9Qfanfcf;enfeele nodt) enf fcfyulbbar finben, folange 
er gutgläubig ofyne 3we<f»erbinbung geübf wirb. @e§en wir aber bte ^eiligfien Regungen, 
233eic^eif unb ©mpftnbfamfeif ber @eele »erwerfef gu 3wecfen potififcfyer unb Wirf» 
fd)afflid)er Dltadjfpolifif unb gegen greifyeif unb 235obJflanb bes XSoßes geridbfef, 
bann wirb 2lufHärung bitter nötig, bantif ben 23olfsgefct)wiflem bie ausfcfylaggebenbe 
23ebeufung bes Seelenlebens unb ber religiöfen XSorjlettungwelf für bas ©efd)icf bes 
2Solfes Har wirb. 2IHes pve£ erhabene göttliche 335oQen ber 9Itenfct)enfeele, alle innige 
ernjie Siebe gunt 'Rotte (inb unlösltct) »erwoben mit bent Grbgufe, mir ber XMfsfeete; 
fte wollen ©rfyalfung bes Hebens unb bet @offWact)§eif int 23olfe, um ben göfftidjen 
@inn feines Safeins gur (SrftiUung gu bringen. (Se ifl ntd^f metyr unb ni<f>f Weniger 
als QSerbredjen am ©örtlichen felbjr, wenn man fein ©rieben in SQfonfcb, enfeelen mtß= 
braucht für 3^ bie biefes ßeben unb bie ©offwact^eif gefäfyrben, ja gerjlören wollen, 
lim ein einziges 23eifpiet ber ©efcfyicfyfe ju nennen, bliäen wir in eine %eit gurücf, »on 
ber wir genügenb 2tbflanb genommen fyaben, um jte rufyig ju beurteilen, ^»einrict; bes 
23oglers ©ofyn, Otto I., ijr 3)euffct)er ÄÖnig. ©benfowenig wie fein SSafer i|t er über* 
trieben fircfyenfreunbtidj gefonnen. 3 a » ee Eommf gur jahrelangen Trennung gwifdjen 
tfym unb feiner DKuffer 9Itaffyilbe, weit bie ©öfyne ib,r QSerfcfywenbung »on ©ufern 
an bie Äirctje »orroerfen. ÜTact) 1 8 jähriger glücHidjer ©fye mit ber angelfädj(tfa?en 
ÄÖmgsfoct)fer ©biffya flirbf biefe unerwartet, wie leiber »tele einflußreiche ^PerfonIict)= 
feiten jener unb aud> fpäferer 3«t- S)ie tiefe ©entttrserfdt) üf ferung bes Äönigs genügt, 
um feiner ©mflellung bie für Dtom erwünfcbfe, feljr vorteilhafte Dfiäjfung auf „bie 
fyimmlifcfyen ©üfer" %u geben. Itun ij! feine ^3oßfif mit bet Äircfye eng »erbunben; nun 
greift er nac§ ber römifd)en Äaiferfrone unb befdjreifef bamif ben unheilvollen 355eg 
bes @adjfenfct)täct)fers, Seuffcr)e ©efct)icfe mit bem ©freben Otoms gu »erfmipfen. 
Jtlicfyf nur bie jeweilige Haltung bes XSoöes, auct) bie ber Senfer bes 23otfsgefct)ictes 
ifi nur aus ifyrer ©eelenf erfaffung unb ifyretn SOBelfbilbe »erjtänbticb,. fieben ober Xob 
bes QSoHes l)cmgf in ernjten Sagen ba»on ab. 9?ict>f nur im Singetmenfcfyen iji bie 
©eelenein^eif butd) gtembreligion jerftörf, es ijt auct) bas foflbare, unerfe|Iict)e 25anb 
gerriffen, bas ben 23Iufsgefct)wijlern fro| aßer QSerfdjiebenarfigfeif ber ^3erfontict)feifen 
bas (Sinb,eif erleben im ©Ieict>ftang ber ©eelen (tct)erfe. Die ©eetertoerwanbffdjaff fann 
nur nod) matt ober gar nic^f meb,r bewußt werben. Sie XSoIMiebe erlahmt, ber inner 
feelifd)e 3«fa«"nenb / alf Iöfl fict/, unb bas 2Serfiänbnis für bie lebenswichtigen »ööifct)en 
fragen erlift^f. 6igennu| mattet ftc^ breit, unb Äampf ber SIufsgefd)wifler gegen» 
einanber fe|f auf ©runb bes 9CRißt»erfle^ens unb Mißtrauens ein. S)as ber @eele 
angeborene Vermögen, bte 2Belf »on ftdj aus gu fct)auen, %u erleben unb gu geftalten 
in ©emeinfamfeif unb ©inHang mit ©leict)blüfigen, iji gewichen; eine t»on außen ^er 
ber @eele aufgezwungene Jremble^re i|r beflimmenb geworben, bie t>öHif(it)es Senfen, 

9 



gfüljleu unb fyanbeln gurücfbrängf unb enfgegengeridjfefe 2luffa(fungen unb 3»ele fe$f. 
SDiefe ^olgeerftfyeimutgen geigen (Id) gefe£raä$ig unb unabhängig x>on bem (Ifftidjen 
233erfe bee grembglaubene. 

233enn burd) ernjie ©dbidifaleereigniffe, Wenn burcfy Xobeenof bee QSoüee bie 
©fimme bee 23Iuf ee nod) einmal mad)ft>ott auf Hingt unb burdj feelemooUen 3ufaramen» 
fd)Iu# £eben (icfyerf, CRafJebewußffein Weriff, fo Hingt . fold^e gewalf fame ©emüfe= 
erfd)üfferung nod) lange im 2Mfe nad). Snblid) wirb ba0 gtembfum wieber als 
fteffel geahnt, ein ©udjen unb Dringen nad) arfgemäßer Xßelfenfdjau fyebt an. Sie 
©runbfragen bee Seims forbern eine 2Infworf aus bet (Seele bee XSottee felb(t. 'XSet-- 
geilii) wäre ber §arfe @$i<f falefampf, ttergeblicb, bae 2lufbegef;ren bet ©eele burd)» 
fämpff worben, würbe biefe 2fofworf nur am bem Sämraerlicfyfe a^nungüoHeu 
ßrlebene gegeben, in bem nod) »iel ItnHarfyeif smb^rrätm (td) birgt. SDae Dfa(fe= 
erwachen muß gur »ollen ÄIart;eif über ben ©inn ber 3G3eIf unb raenfd)lid)en Sebene 
führen, wenn ee bie ^Behauptungen bee gtembblufee überwinben unb abfd)üffeln Will, 
um »ölfifcfyee Seben für alte Reiten gu (leb, ern. (Sine ©rfennfm'e, fejl begrünbef im 
tat fäd)lid)en ©rieben ber ©eele unb befiäägr burd) bie 23emunff, fann allein bauerljaffe 
neue Sebenegrunblagen fcfyenfen, bae ©offafynen ber iöorfa^ren gur ©offerfennfnie 
Hären. 3Der ©rafften ©eele i(l bie gange güHe ber 233etsr)cif bleute erreichbar. Seuffcfye 
©offerfennfnie, bie in ben 33Serfen 3r. OITafb,. Subenborffe niedergelegt i(I, gibt auf 
alle fe^nfücfyfigen S^agen nad> ben legten Sebeneräffeln bie einfache unb erhabene 
ÜUnfwotf im (SinHange mit bem 2Bi(fen unferer 3eif unb Werft arfjlarfee fieben. 3Der 
3)euffd)e b,af nid>t nötig, felbfl bei ra(fe»erwanbfen23ößerngu bitten ura£ebenebeufung 
unb 23orfd)riffen über 955ege gu ©off, weil er gu arm wäre, ber ©eele ©e^nen gu 
erfüllen. (5r b,älf bae unoergleicbjicfye Äulfurguf, bie ®efaraffd)au göffIid)en355oHene 
in 2S5eIf all unb ©eele in $änben unb barf jle anberen XSöHern b, inreid)en, bie gefunben 
möd)fen unb (ie nad) ib,rer (Sigenarf erleben unb leben t önnen. ©rfetmfnie ber 2Sab, rb^eif 
fdnn allen iööHern gum ©egen werben unb (ie t»om 23&ü)n erlöfen; ber 3D3ibert;alI, 
ben (ie in ber ©eele wedff, i(I an bae Dtaffeerbe gebunben unb triff, arf»erfd)ieben 
gefialf ef , im £eben unb in ber Äulfur ber QSött er in (Srfdj eimtng. 2ßie »iele 3<d?rf aufenbe 
rjinbutä} feinten (id) 9Kenfcf;en inbrtmfiig nad) biefer te$fen unb fiefften 2Jßeier;eif, 
bie ib,nen ben göfflitfyen @inn bee 235erbene unb ©eine fdE>enfen fönnfe; (ie teud^fefe, 
ale reid^ee 23Si(fen über bae SSerben gewonnen war, in einer ©eele unferee 25Infee 
auf unb Überprofit in Sr^aben^eif aQee @Ienb unb aUee ©tauen, dou benen audj 
b,eufe bie @efd;id)fe ber QSööer (larrf. 3 a » bet (urd^fbare ©egenfa^ gwifcb,en aßer 
QSerlommenb, eif ber Umwelt unb bem Soben wibergöftlid)en 2S5oIIene gu bem @ang 
gotterfüllfer DTtenfa} en, ber nun erfi feine tiefe ^Deutung fanb, läßt bae ©ottlieb aller 
3eifen wacb, er unb tiefer erleben unb f<$enff bie Hoffnung, ba$ bie auf(lammenbe 
aSSa^rb, eif (id) in 30ftenfd)enfeelen fenft unb (ie (tä) bem ©6fflid)en mit tiefem 21ufafmen 
erfd>lie0en. Sann er(i fann unb wirb aud? bie ©efdb,id;fe (innreid^er walten {önnen, 
ben Xüölfem gum ©egen. 
10 



3)er göttliche @mn ber »ölfif<r)en TOannigfalfigfeif, bie bao ©of f erleben aus ber 
Sinengung in einen gleichförmigen ©angaKetbefreife, läßt »erflehen, bafjfeE6(i23öHer 
gleichen raffifcfyen Urfprung© eine eigenartige 21u0;prägung iibjceö Dfaffeerbeo »oHgogen 
unb in (Idj gefcfyloffene @eeleneint;eifen Würben. (@ie^e „Sas ©offlieb ber XSöIfer" 
»on 3)r. Dlfcaff;. Subenborff.) @o b,aben aucfy uns »erwanbfe QSöffer, wie bie %nbez 
g. 23. aue bem Srleben bea ©öfflidjen in ber eigenen (Seele einen 25Seg ber Snfwicflung 
eingebogen, ber uns wamf, unfer germonifc^eß (Seelenleben etwa bem ifyren angu* 
paffen unb ©efdjenfe auf biefem©ebiefe Don i^nen angunef;tnen; (Ie tonnen unferem 
2)euffd>en SSJefen niä)f enf(predjen unb bergen über biefe @eelenfremb£;eif Ijinauo 
föblic&e ©efaljren. 'Sfibet ÜJnber, um anbadjföoH (leb. bem ©öfflidjen in ber eigenen 
@eele r;ingugeben, ben 2S5eg ber 93erfenfung gefdjriff en, ber it)n gur »öHigen 2K5elfflu<f;f , 
gu bem (ärleiben jebweben ©cfyicf fafe unb weif er gum religiöfen 2D3at;n(inn burdb 
fünfllidje Übungen unb geijlesfranfe £et;ren mancher 2trf führte, fo war bas Srleben 
bt$ ©öffliriben in ber germanifcfyen @eele eine ern(ie23er;pflicc;fung gur Sebensbeja^ung, 
ein f af frohes 3K5irfen unb (Schaffen, ein $e(lwurgeln in ben ^eiligen 23anben ber @ipr>e 
unb bee Golfes, Äamrf für bas ©offline miffen im ßeben. 2Semt wir »on biefem, 
unferem inner jien 233efen enfqueHenben £elbenmuf ber £af, bis @ä)i£faletto§ee, gn 
einem jpelbenfum abmetjrunfäfyigen (Srleibens enfarfen wollen, bann tonnten wir gleich 
bei ©oIgaff;a flehen bleiben. 3« 3»&k" «« 3 a S run * >e 9 e § en «» S^fum »«^ 335«^«» 
bei btm ©erraanen fampfbereifer, fifflidjer JCebenswiHe. (Sine Übernahme inbifä)er 
Äranftyeiff einte in bie IDeuffcfye @eele würbe and) unfer 25oö in ben Untergang führen. 
(@iet;e „3nbujierfe6 3rrefein burd) SHuIfleljren" »on 3)r. Oltatbjtbe Subenborff.) 

SSergeblid) wirb man bafyer aud) nad) einer Itrreligion fud)en, bie einem religiöfen 
3Qfonfd)f;eif erleben 2tu0bru<J gäbe. 2IUe0 Grrberinnern ra(fefreraber XSööer, bas in 
yXtt)ü)tn äf;nlid)e XSorfteuungen in »erfd)iebenarfigen färben unb ftorraen malfe, geb,f 
gururf auf bie @d)öpfimge;pod)en ber QSorwefen ber DItenfd)en, g. S. bi© auf bie ©rufe 
ber erjlen (SingeEer. JTur biefe© Srberinnern an bie 23orflufen menfd)Iid)en Sebene iji 
aßen [Raffen geraeinfam (f. „Sriumpb, bee ttnflerbBdjfeifwiUeno" unb „@d)ö:pfuttg= 
gefd)id)fe" »on 3)r. 3ßtafr;ilbe Subenborff); (inb (ie bod) aäe am biegen tieferen QtnU 
wicHungfrnfen emporgefiiegen gur 2$ewu0fr;eif. XSenn in religiöfen 3)id)fungen, ben 
UXtqffyen, bie bae 2Ib,nen unb @et)nen ber @eele mit »ielem 3«*»»»» ^>« 25«nunff 
wiberfpiegeln unb ben^Tac^fab.ren überliefern, ber Sraum t»om »erlorenen ^Jarabiefe 
immer wieberfe^rf, »on einem JCeben in ewiger 3»»seno» bas ben Sobesgwang nid^f 
fennf, fo f(t)uft;ier(Srbermnern an bie erjlen £ebewefen bae buntfarbige 23ilb. @ie, bie 
«rfien SingeHer, traben bie g(U)igfeif gu unfierblic^em Seben in ber ßrfc^änung; (ie rennen 
noct> feinen Sobe0gwang, nur ber 3«fattsf ob bur<t> ben Äampf mif 2fafgenojfen unb un« 
gängigen £eben0»ert;älfni(fen l ann (ie treffen, niemafo ein gefe|mä^iger 211ter0fob; (te 
(inb bie SSorfatyren ber XÜlenfc^en, bie S>räger ewiger 3»8e«^f bie bnvd) u)ze ftorf* 
pflangungart, bie Qtütaluna., un(lerbli(f>e0 Seien weif erreichen. DT«emaIß aber b,aben 
3Qßenf«r>en, felbflt fol^e Sebenobebingungen gefannf. 60 gibt für bie VXtmföen nur ein 

11 



enu)eitliä)es SrleBen, bas (ie gugleicb. mit allen JßeBewefen ber SSorjlufen urofä?ließf ; 
i^ce rafftfc^e ©onberung,' bie bem göttlichen 335iHen gut Slfcmnigfalfigfeit ipottenbet 
entfpric^f , ber fidi) üBerall in ber ©äjöppmg offenBarf, fefyließf eine @leiä)t»eit bes 
(MeBens ber „SJItenfdb^eit" als fold)er ööülg aas. 

6s IjaBen bie SSöIEer aller Reiten unb »on jeber ©rufe bes DTtofurBegretfens aus 
»erfudjf, |id? bie ©runbfragen bes SeBens gu löfett. Sie 2tnfworfen, bie fic gaBen, 
fragen bas ©epräge ü)res DtaffeerBes unb geBen 3 e uguis »on ü)rem jeweiligen 233i(fen 
uro baB 2Berben unb bie ©efe$e bes üBSelfaÜs. Sie <$rage nadj bero ©im» 
menfcfylidjen SeBens, nadb. bero Sobe unb allem, was er bem 9fltenfdjen nimmt unb 
Bringt, bie Älage üBer bie mmfdjliä>eltn»otlr'ommetu)eit unb bas Unheil, bas jte immer 
wieber ^erBeifttyrt, bie @e^nfuä)f nad> einem ItnjlerBtidjfeiterleBen er^aBen üBer alle 
Ungntängtidjfeiten bes DItenfcfyen, bas ifl ber ^vfyalt bes ©innens, bem fo grunbwer» 
fdjiebene 2lnfwort in ben 3<^rfaufenben würbe. Sie 2lntworfen, fo rowoltjtänbig 
jte ljier auch, nur angebeutef Werben tonnen, bie 3)euf fä)e ©ofterfenntnis unb bie bog 
Gfyriflenfum uns geBen, (ie wirfen tief auf bie @eelem)alfung ü)rer Sräger ein. 

Sie Deuffc^e ©ofterfenntnis weiß bae gange 2SeIfatt burctyfeelf öom 3S5efen 
aller (Srfdjeiromg (bem ©öfflic&en felBjl), bae uns als 3D3iCe (lufenweife immer beut' 
tiä)er in berwerbenben @ä)öpfuttQ erfennBar wirb. 3)er weltenfc^affenbe 25Sitte wirft 
als Äraff in aICert ©foffen, als ©etöjler^alfungwitle in aßen SeBewefen unb fyat im 
9CRenf<f>en Bewurfes (SrleBen göttlichen 2S5efens geweeff. ©öfflieb/er 33Sitte ergwang 
(leb. alle (Srfe&einung unb in ber ©rfdjeraung ben 2lufjlieg gut 9QitannigfaItigfeif ber 
©foffe, gum erjlen ©ngelwefen, bem fejlen Ärijlatt; »on ü)m üBer 3wif<$enflufen unb 
DfouoffenBarungen »on fträffen gum erjren SeBewefen, bem (Singetter ; öon ü)m gur 
2lrfenBilbung ber fangen unb Siere Bis gu ben B / öcB,flBefa6,igten SeBewefen, ben 
9ttenfd?en. 33on tiefet UnBeWuß$eif bes ©foffes füfcf ber 23Seg gum unBewußfen 
©innesleBen ber fangen, gur unferBewußfen Sierfeele unb gur wachen 33ewuß$eif 
bes 9Ifcnfa>n; »on ber Sobferne gur Sobmöglidjfeif bes erjlen, einfachen SeBewefens 
unb gum Sobesgwang für alle beeren, bie gwei QtÜaztm in (ta) »ereinen, bie Äeiro= 
gelten für bie gorfpflangungaufgaBe unb bie ©omagellen im Sienjte ber eigene« 
fieBmser&alfung. 9Itif bem @rwaä?en Bewußten ©offerteBens in ber 9Itenfä)enfeele 
enbef bas üBer unermeßliche Zeiträume jtc& be&nenbe, jlaunenswerfen 2lufjlieg unb 
gewaltige OTafurfafafiro^en in (ic^ fä)tießenbe9S5erben, bas uns Stau Dt. Subenborff 
in er^aBener Älar^eit in bem 2Berfe „©c^öpfunggefc^ic^fe" gegeBen ^tat; eine ©eele 
ifl geworben, in ber freiwillig unb er^a6en üBer altes ^meäbenten, übet £o^n= unb 
©frafberfnüpfung, göttliches 33Sefen felBjl (id> Bewußt erleBt unb uns erfennBar wirb 
in bem ©e^nen bes OKenfc^en gur 233a§r§eif, gur @d>ön^eit, gum ©uffein unb gu 
göfflid) geric&fefer Oltenfc^enlieBe unb göttlich geria>tefem ^ajfe. 2)urä)brungen ifl 
btefe ©eele »on ber 2IB,nung bes ^o^en aKettfd>enamfes: Srager ber ©offesBewußt» 
6,eit gu fein, bas er(l 01tenfd>enwürbe fc^enft. ©folg unb göttliches 2Bunfd>en ber 
©eele fließen bie 2lufgaBe unb ernjle XSeranfworfung in fid>, ausncu>melos unb 
12 



freiwillig ben (Sinn bee SeBene px erfuBen »m feinet felBjt willen; bae ©öfflidje pt 
erleben tinb in (Seelem)alfung, SEöorten unb 2SSetfen erfefyeinen pi laflen. Sie ©off« 
fyetf iji intern 2G3efen nacb, erraten über jeben S^ang : fo !ann aud} biefee innerjle, 
^eilige (Stiegen ©offee im GCftenfcfyen niemals bem 3wange unterworfen fein ; webet 
Eann man u)m »on außen ©offerleben aufbtängen, notfb geigf bie DItenfcbenfeele aue 
jtd) Ijeraue gwangeläufigee ©offerleBen unb goffgeeinfee ^anbeln. Sie Dltenfd? enfeele 
ifi utwoQfommen geboten, um ibr bie gteiwiHigreif bee ©offerlebene px (tcbern, bie 
allein gofflicben 333efene würbig ijl. Sie QSoUf ommenfyeif, bie buvä) 3Tafurgefe| unb 
3nfiinft aller nicfyfbewuflf en ©rfcfyeinung gwangeweife innewohnt, ijl bem DQfonfcben 
erfparf geblieben. SSolffommenBeif ijl ben 3Itenfd)en erreichbar aue felBjtgewoHfer 
(Sd)öp ferfaf in bet eigenen (Seele, bie äße Unt>oUfommeiu)eif uberwinbef unb bauetn« 
ben (Sinflang mif btm ©öfflicfyen wä^lf. (Solange unb fo off bie 91tenfd)enfeele fid> 
göfflidjem SSSefen erfd)lie0f unb einf, gibf jie jld) einem ©rieben Bin, bas aue bem 
3«tfeit0 bet (ärfdjeiming, aus bem 3«»feif$ t>on Otaum, Qeit unb Utfäd)Iid)feif in 
ib,t aufleucfyfef ; (ie weilf in biefen (Sfunben bet St^eBung, ober, falle (ie bauernbee 
©offeebewußffein würbe, unlöelidb, im unjtetbUdben 2D3efen ©offee unb erfüllt ü)t 
ltnflerblicbieif fernen im ©offerleBen »or bem Sobe (f. „Sriumpb, bes ltnflerBIidb!eif« 
willene«' öon St. ÜXt. ßubenborff). Set DQfonfd), bet in ©offeebewujfrb, «* eine reiche 
unb tiefe SebeneerfüHung fanb, fd) euf ben Sob nid)f. 3« m Q f» no &»* ©renken ber 
ßingetperfönticbjeif, als baß (ie ewig Sxäger göttlicher 23ewu0t^eif fein bürffe; burcb, 
bie dltaunigfatfigfeif bee ©offetlebene in benSSölfern unb ü)ren (Sinjetmenfcfyen, burd? 
bm Zob aller ßingelfeelen, bie einige Sa^rge^nfe Bmburd) ein einmaliger, nie Wieber* 
feb.renber „ÜUfemgug ©offee" fein fönnen unb bann erlöfdjen, ftd)erf bie ©off^eif bie 
ttnenblicbjeif ü)ree 23ewufjf feine. 

60 fcfyenff bie Seuffcfye ©offetremtfnie une bas Seben wieber ale eine B<>B e unb 
b, eilige 2IufgaBe, bie aue eigener Äraff erfüllt werben Eann. (Sie wecff bas QSetjränb-- 
nie füt bie 233ütbe menfdjlicbtn SeBene, bie in bet etnjlen (SelBfroeranfwotfung liegf, 
mit ber ber ÜXtenfö feine (Seele »oüenbef ober »erfüramerf, mif ber er aus eigenem 
2lnfrieB feine (Sippen* unb 2M!epfüd)fen erfüllf unb barüBer B/inaue in unermübtiä^er 
^ingaBe gegen aüee ©offwibrige ringf, um gofferfüBfem SeBen ben 33Seg px BaBnen 
unb ben ^eiligen ©inn ber (Schöpfung, bae ©offeeBewußf fein im üßelfaü, pt fiebern. 
2>n biefer beiltgen 233irflitb!etf liegen (irflidbe QteiBeif mtb tvafytee ^elbentum »et» 
wurgelf, bae gegen ein wibtigee @dt)icffal fämpff aue ber ©offEraff ber @eele unb 
Unferwerfung niebf fennf, Böcbfiene Unfergang. Ser gtf^Berr fibreiBf t>on ber 
Seuffcb.en ©oftetfemtfnie. 

„Der 2Beg, Öen meine grau roeifl, ift ein peiler; auf ifjm ift lein ©lüif, (ein ßoljn unb fein 
^immel Der^eifjen, aber aud) (eine ©f rafe unb feine J^öIIe. 6r oedangf t>on btm Seuffa)en in uner= 
biftHd)er Ä[ar^eit un» J^erB^eit ®elb|lfa)6pfung auf Srben jum Sewu|ffein ®otttä um> laß t 6a* 
@nffd)Iumntern ein emigeä fein/' 

Seuffd^e ©offerf enntnie etfcbließf une aber aud) ben tiefen (SinBlic! in bae Rufjtut-- 

13 



fdjaffen bes emgetnen unb ber XSölfer. ©. „Sas ©off lieb ber 23ötfer. (Sine^P&jtofopbJe 
ber Äuifuren" ». 91t. Subenborff. Kultur ijl bas 233erE bet ©eete, Kultur enf fpringf 
bem ©offerteben. 9Itif bem Sobe f<$winbef ©offbewufjf fein unb ©offerleben bes 
einzelnen, ©djuf er aber aus ber Überfülle feines ©offerlebens, bas in 2K5orf unb 
Xaf jtä) nicfyf mefyr ausbrächen lä$f, bas nnausfprecbiicfc;, unnennbar, nur int ©leict;» 
nis umfdjreibbar unb anbeutbar ijl, int Kunflwetf eine folcfye 23ilbfj>ract;e, fo wirb 
fotcfyes ©ofterleben Srfcfyeimmg für bie 3Ißf= unb IHacfywelf. (5s wirb fo t>or bem 
ewigen ©cfctWinben int Sobe bewahrt. 3a, mit feinem 3£eict)fum hefäentt es fommenbe 
©efdjledjfer unb »erftärf bie ©eele bes 25olfes. Senn Wie bas ©off erleben arfbebingf 
war, fo ijl aucb, bas Äutfurfcfjaffen arfgebunben. @o muffen (tä) gerabe Sterin bie 
25ööer in u)rer ©genarf am beuflidjjlen unferfdjeiben, ttor allem in jenen SKSerfen, 
an benen befonbers jlarf bie 23oösfeele aus bem Itnferbewujjffein miffcfyuf; felbfl in 
jenen JBerfen, bie gang nur 2£usbru<f bes perfönticfyjlen ©lebens aus bem Äberbe= 
wujjffein bes 2>ä) f in ^> aU( fy m biegen webt noct) bie unaustöfcfylidje ©genarf ber un-~ 
jlerbtidjen XSolfsfeete, bie burdj foldje 2Ber?e »erfiärf unb bereichert wirb. 2>ebes 
23olf fingt feinen ©genfang, fein ©oftlieb; er ift einzigartig unb einmalig. 233ir 
ermeffen, weldj ungeheurer XSerlufl es ijl, einem SSolfe feine Kulturgüter ju rauben, 
jie ju »ernicfyfen, ja fctjon, fte gu ^inbern im ©ifjletyen ober im 2Beif erwirf en ; bem 
23olE wirb ber Sebensner» abgekniffen. 23&u)n ijl alles ©teidt)ma$enwoIlen, wiber» 
göfflict* ift folcfyes ©freben ! Senn ijl bas ©offlieb jebes Sßolf es einzig unb einmalig 
in feiner 2lrf, fo fyaf jm) ber göttliche 233iHe bie wunberbare dRamtigfalfigtaf biefes 
©offliebes in ben öielen ^Göttern gefm)erf unb bamif bie 33tögti$feif vielfältigen 
©offerlebens. 

„©tirBt eine Dtaffe ober flerBen alle 23ötter, in bie eine Raffe fid) einfl gefonbert fyat" (f. „Sie 
23oIfafeeIe unb ijjre OTadjtgeftalter", 2lbfd>nitf „Kaffen un& 33&tfer im £id)te unferer (Srtenntnia" 
©. 13 ff.), „fo fdjminbet ein ©ottlieb für immer pon biefer Srbe, bo« niemals in biefec 2Beife t>on 
einet: anberen 3?affe gefungen Wirb. @e oerfhimmen hiermit and) ade Stange, bie in einjelnen 3Itenfd)en, 
banf foid)en (Sr&guteS, angefiimmt werben tonnten, ©o fdjtcinbet benn unerme^[id)er 3teiä)tum bes 
göttlichen SeBens Don biefem ©terne für immer, unb niemals tonnte bie ©onberung einer nod) (eBenben 
3taffe in iöoKer mit jf>rer Befonberen Prägung biefen eedorenen 9ieid)tum erfe|en ; benn anbero 
finb fie atte in if>rem ©igenfang, ate ber oerHungene." („©otttieb ber IMUt" ©. 263.) 

Jtaä) biefem fo turjen 25Iitf auf bie ©r^aben^eif Seuf f<$en ©off erfennens, ber 
nur ba unb botf eine 2inbeufung feines ^teic^fums geben fann, wenben wir uns bem 
ß^rijlenfum gu, um (eine Seufung ber Ie|fen Sebensräffel gu erfahren unb gugleio^ 
i^re 255irfung auf bie @eeletu)alfnng bes ©laubigen. 

3)as G^rijlenfum erflärf, baß bas £e&en i?or bem Sobe eine XSorbereifunggeif fei 
auf bie (Swigfeif, bas wa^re Seben ber @eele, bas nacb, bem Xobe beginne. S)er @inn 
biefes Sebens fei es, jtd) leibfäbig, ge^orfam unb bemüfig unter ©off es unerforfdbjic^e 
Kaffc^Iüjfe, feine ©trafen, Prüfungen unb ©ebofe gu beugen, um nac^ bem Sobe 
jür biefes 3D3o^Iöer^aIfen burc^ bie ©efigfeif belohnt ober anbernfaHs für geifli<$ 
begangene &ünben mit ewigen ©trafen belegt gu werben. Sie angeborene UtwoH* 

14 



tommenfyeif bes Ddtenft^en wirb als SrBfünbe auf ben fagenfyaffen Ungefyorfam ber 
fagenfyaffen ©fammelfern bei Otftenfdjen im !parabiefe gurü<Sgefttt)rf ; biefe t»on 2Ibam 
unb (5t»a Begangene ©djulb erBf fi(f> t>orausfe$ungIos auf alle 9Itenfdjen aller Dtaffen 
fort unb madjf fie erlöfungBebürffig. Sa fie bur<f> ben ttngeljorfam fid) »on ©off 
gefteunf t;aBen, gofflos würben, gäfynf eine fiefe Äluff jroifcfyen ber gefallenen 
©efyöpftmg unb betn perfönlidfyen aufjerwelflidfyen ©off ; burdj u)re ©offlofigfeif finb 
bie Dltertfdfyen of/nmädfjfig unb tonnen fidj ni<f>f aus eigener Äraff »on ber ©ünbe 
Befreien. Sie (Srlöfung wirb ü)nen burdj ben ©üfyneopferfob bes ©offesfofynes aus 
jübifdjem 23Iufe erreidfyBar, aBer nidjf eBenfo feE&froerflänblicc; px feil wie bie (SrBfünbe. 
igjier fef f mit ber (Srlöfungnof ber ©eele ber poIifif($e Äaffyoligismus unb ^3rofe(ian» 
fismus ein ; benn bie gtemberlöfung forberf ben ^3riefter, ber bie 235ege ju ©off jeigf 
unb bantif feinen Äampf um bie DRacfjf burdj> ©eeIenBefc;errf(fyung ftdfyerf. Spiet, in 
ber ÜBerwinbung ber d)rifllii$en Sefyre, fann bat/er aud? nur wirffame 2IBwefyr ge= 
fuuben werben. ©elBft wenn ber Gfyriji (iä) Bemüht, alle ©offesgeBofc »om ©inai 
unb aus bem neuen Sefiamenf ju er fußen, fo wiberfpredfyenb bie ^orberungen auef; 
manchmal finb, ber (Srlöfung t|t er nict)£ ftdfyer. Der 2ipoflel Paulus fiellf bie Sefyre 
»on ber ©nabenwab,! auf, nad) ber ©off felBfl ben ÜXtenfäen erwählt ober »erftoefef . 
©o BleiBf ber ernffe, innig fid? um ©nabe müfyenbe Gfyrift im Itngewiffen üBer bas 
ewig gebadete 6nbfd)i<ffal feiner ©eele, bas er felBjl nie geftalfen barf. 3)er Sob wirb 
in bas £oB,n= unb ©fraffpfrem eingereiht, bem bas ganje fieBen imSiesfeifs unb \ett-- 
feifs bes Sobes unterworfen ifl : ber %ob ifi ber &ünbe ©olb. Sie »oHf ommene ©off= 
gemeinfdjaff, bas r;ei$f ein ItnfterBItdfyreiferleBen, ift nad? ber Gfyriftenlefyre nur naä) 
bem Sobe für ben 2luserwäf;Ifen möglich ; »or bem Sobe BleiBf ber 3Itenfd) fünben= 
Belaben, Bufjferpflidjfef unb fern t»on ©off. Ser Oftenfd) , ber nun aus Entmutigung 
heraus bie @eIBftfd)öpfung gur QSoHrommenljeif »or bem Sobe »erfäumf, wirb in 
feinem ©cfyulbgeftu)! ber ©offfyeif gegenüBer öerftänblidf) ; ljaf er bod) bem göffßdjen 
©inn feines ßeBens bie ßrfüQung toerfagf. (Ss wirb aBer aud) feine innere 2IB§ängig= 
feif »on ben oHuIfen ©eelenlenfern unb SSerfünberu foId)er £efyre Begreiflich. 

2Xuf bie ©eelenfyalfung bes ©läuBigen muf? eine fo 6eunnu)igenbe 25orf!eHungs= 
weif einen nieberbrücfenben (Smftufj ausüBen. Sas ©ünbenBewufjffein erjtidff @eIBft= 
»erfrauen jur eigenen ©eele; SQßinberwerfigfeiferleBraffe treten an bie ©feile unb 
Beugen fie. Sie 2Ingft um bas ©eelen^eil üBerfdfyaffef alte fieBensBejie^ungen unb 
=(5reigniffe unb Iä0f fie nur maffer im Sewufjf fein erleBen, ba bie 2Iufmerffamfeif in 
gefleigerfem dXtafae ber jenfeifigen 33SeIf jugewenbef ifl. 9Q3as Bebeufen ©<f)icf fals= 
fcfyläge, ©ippen» unb 25otfsnof ber Qtwigfeif bes »erbammfen ober feiigen „3d^s" 
gegenüBer! Sie, wenn au<$ »ergeifligfe 3<^f««^f löft bie ©eele aus betn 23tufserIeBen 
unb feinen 23erpflicc;fungen, bie Beibe für ben ß^rifien nur foweif Befielen, toie bas 
©eelen^eil ttid^f gefäfyrbef erfd^einf. Semüfigung, gxei^eifrauB, 23erelenbung, jebes 
Unrecht werben gebulbig erfragen; wirb bod^ nur ber Dtttenfct; würbig, ben ^immel 
ju ererBen, ber b^ier elenb unb gequält ifl, wie bas ©tetcfynis t>om reiben OCßann unb 

15 



armen Sagarue ergä&If. SDBo^Ierge^en auf Srben fvfyzt §ur 23erbammni0, o£;ne 2In= 
fe^en bee fifffidjen 'XStzfyaltms bet DItenfd)en. SeötyalB !ann »erwirflidjfes Qfytiftm- 
tum, bae um bas jpeil bet @eelen Beforgf iji, niemals 233ofylergef;en ber 2360er auf 
Srben julaffen. Sie So^n»er^eißungen für bm Fimmel mad)en ben gläuBig jpoffenben 
benn aud) gefugig, jebeo £00 a&wefyrgeläb, mf gu ertragen. Sine 21uflefynung i(l um fo 
weniger mbglid), ba ber ©off ja alle Singelf;eifen im SeBen perfönlid) Beflimmf, aüeß 
goff gewollt ifi unb ein Äampf gegen bas ©cfct)i(f gleid)Bebeufenb wäre mit 21ufle^nung 
gegen ben eingig wahren ©off. Samif iff bie ©elBfröeranfWorfung auogefdjalfef unb 
bae (SdjicEfal bem jübifd)en Cftafionalgoff 2>af;Wer; anwerfrauf, ber es nad) feinen 
planen, bie 25erfned)fung ober 2Sernid)fung aller Offiid)fjuben forbern, gefialfef. 

233enn bie©ejralfen unferer 23orfa£;ren, wie bie @aga0 |ie überliefern, wie römifd)e 
©iegesbenfmäler fie geigen, tote 3)euffd)e 23orgefd)id)fe fie uno nad)Weifi, in unferer 
@eele wieber leBenbig werben, fo (inb e0 9[Renfd)en Wie au0 einem ©ujj, in benen 
fro| angeborener Un»oHrommenf;eif ftolger, rraffBewußfer Sbelfimt IeBf, bie Blufs= 
Bewurf unb flammesfreu nur ftelBfröeranfworflid) ifyr fampfreidjes SeBen führten. 
3S5enige 3a^unberfe nad) Sirtfür;rung ber Sf/rifienlef;re winbef (Id) ein Seuffd)er 
Äönig, Öffo HI., am güßBoben unfer ben 3üd)figungen e ' nee ^Prieffero! Sin er= 
fd)re<fenbes 23eifr>iel, wo£;in D?ajfenmifd)ung unb gtembreligion fuhren! 2In ©feile 
einer alfen Unna, bie nad) langer ©eefafyrf unb Sanbnat;me Bio pim ©ferBefag im 
b,of;en 2ttfer bie forgenben jpänbe unb Huge 2Sorausfd)au für bie @ippe Befäfigf, friff 
alo QSorBilb für d)rijllid)e grauen bie ^eilige SlifaBeff;, bie nad) bet frommen Segenbe 
ben eigenen ©äffen unfer 23eif;ilfe bes Sfyriflengoffes Belog; bie gefd)id)flid)en Saf= 
fachen gufotge nad) bem Xobe bte Sanbgrafen ü)re brei fleinen Äinber im @fid)e ließ, 
fid) geißelte unb fafteife, um ein goffwotylgefäHigeo 23üßerleBen mif 24 JJafyren px 
enben. Se möge nid)f eingewenbef Werben, baß es jtd) f;ier um Singelerfd)einungen 
fyanbelf ; bie ©efd)id)fe Bio jura heutigen Sage Birgf eine erfd)üffernbe güHe t»on 23e= 
Weifen für fold)e 3«fiöo»ng gefunben SeBenowiHen© unb ber ©eelenflärfe, für Snf= 
arfung unb ©iffenöerfaü. Sin foldjes "XSoVt aBer muß gugrunbe gerben, benn bie 
t<oIHommene@d)ör<ftmg Befreit ftd) »on aßen Snfarfungerfd)einungen. Sem feclifct)en 
2lBflerBen folgt gefe^mäßig ber Äörperfob, weil ein rranfeo 33oö nid)f meb,r bie 
3S3iberfianb0fraff unb innere ©efd)loffenb,eif aufBringf, bie im SeBensfampf unerläß* 
lid) finb. 

3ft nun Bereif© bao religiöfe SrleBnio eines 5)euffd)en burd) ben 3nt;alf ber 
St;ri|ienlef;re unb it;rer gtoberungen »erwirrf, frefen in feinem 25ewu$ffein Bereife bie 
t»orBefrad)fefen 5°ls m bet ©egenfä£li(f>reif §um SrleBen ein, fo »erjtärff fid) bie 
feelifd)e ©efafyrbung burd) ben Sinfluß auf anbere Wtd)fige 23ewußffein0fcu)igEeifen, 
t»or allem auf bie QSernunff unb ben 2S5iHen. 2lud) bie QSernunff bee 9Itenfd)en ift 
afo eine jiaunen0WerfeSrfennfni0fiu)igfeif ber @eele bem Sinfluß ber 3D3eIfanfd)auung 
unterworfen. 25efiitnmenb für bie 2Irf ber 2lu0Wirfung ifl ber ©rab ber 233a^rt;eif, 
üBer ben bae 2BeIfBiIb »erfügf in feinen ätusfagen üBer bie Srfd)eimmgWeIf unb 
16 



über bae 2D3efen ber Srfdbeimmg, bae ©offline felbfl. Sin 2Betfbilb, bae 255a£rr;eif 
gibt, foweif fie bem TOenfdjen überhaupt erregbar Würbe, fle^f im Sinflange mif ber 
jeweiligen Srf enntmefiufe bee ÜXtenfäen ; es fragt eine unbebingf übergeugenbe Äraff 
in ftdj unb fann e^rliä) gelebt werben. Se wirb bie SnfwidKung unb ftnngemäfje 
QSerwerfung ber 'Cernunff forbern unb ba^er cmdj ein ftreunb ber 233iffenfä)aff fein. 
S)ie »olle 233ab^>eif fonnfe erfl anf einer ©rufe bee DTafurbegreifene erfannf werben, 
bie bas SBerben ber 2SSelf ebenfo fiar enüttiQt ^affe wie bie ©efe$e bee ©eins. 3ft 
aber ber Sinftang mt£ bem SSSiffen ber %eit niä)t gewahrt, fo fann eine ©laubene= 
lefyre nid&f übergeugen, fonbern geb,f anbere 235ege, um ü)ren 23eflanb gu fiebern. (Sie 
muß ii)t irrfumbur<§fe$fee 333elfbilb ber (Seele bur<f> ©uggeflion aufnötigen, ©ie 
2itngfrli<§feif , guweilen audj haßerfüllte ätbwe^r ber ©laubigen, ü)ren ©taubeneintyalf 
einer friöfd^en 23erra^>£ung gu unf ergießen, ifi ber 23eweie bafür, ba$ eine begrünbefe 
Überzeugung fefylf unb bae 223a^ngebitbe einer erfranffen (Seele burd? flarree 21b* 
fcfyließen gegen bie Umwelt »erfeibigf Werben foQ. (Sine fol<$e Sefyre wirb beflrebf fein, 
bie Snfwiif lung ber SSernunff itfi XSolfe gu begrengen, it)« 3tnwenbung auf bem 
©laubensgebiefe auegufcfyalfen unb unerbittßd) als fteinb freier gtofdmng & en @ r5 
f ennfniebrang menfcbji(f>en ©eiflee bekämpfen. Samif aber fufyrf (ie gur QSerfümmerung 
unb Srfranfung ber ©eele. 25ei 23efradj>füng ber Regierungen gwifd)en 2ß5elfan« 
fä>auung unb Vernunft muffen bie ©efe|e ber 93ernunff fiar erfannf fein. Die 23er» 
nunff ifl bie (Srfennfniefä^igfeif bte OQfonfdjen, bie ib,n im Wahren ©imte bee 233orfee 
bie 2Self in u)ren äußeren Srfäjeimmgen „begreifen" läßf. Sie ©inneeorgane »er« 
miffeln Sinbrücfe aue ber Itmwelf, bae Senfen bilbef ft$ 23orfleHungen unb Segriffe, 
mif benen bie Srfä)eimmg erfannf wirb. JSeflimrafe formen bee Senfene werben babei 
gefefcmäßig angewanbf, mif benen bie QSernunff „wie mif jjiänben" bie 2S5etf begreift, 
©ie orbnef bae Cftebeneinanber ber Singe im Dtaum, fafl baö DTadjeinanber ber Sr* 
eigniffe im geif liefen Senfen unb erfennf bie ©ef4«näßigfeif attee ©ef^efyene nad> 
ltrfaaje unb 2Sirfung. 2Benn nun eine Religion efwae über Vorgänge in ber Sr= 
f<f>etnungwelf auefagf, mu$ fie nofwenbig im Sinflang mif ben geflflellungen bee 
für biefee©ebief guflänbigenSrfennfnieorganee, ber23ernunff, fielen, wenn fte233abj> 
i>et£ geben will. Unter 233a^rb,eif »erflehen wir ben Sinflang unferer XSorflellungen 
mif ber Saf fä<f>li$feif. Se flellf bie ESiflenfdbaff g. 23. fefl, baß alte 0(?arurgefe|e 
unumflößliä) unb auenafymeloe wirffam finb unb ba$ unfer gangee Sieben, ja bie Sr» 
fyalfnng bes Äoemoe fc>on ber 3tWerfäfftgfeif bee [ftafurgefd^ene abhängig ifl. 3)er 
23auer rennet mif bem unanfaflbar fixeren 3D3e<^fel ber 3a^reegeifen, ber 3ugenieur 
mif ber 3u»erläffigfetf ber p^pfifali fäen ©efe|e, fonfi fönnfe er feine eingige 3Qfatfä)ine 
bauen. @e fann alfo memale 233unber geben, bie eine 2tuf§ebung ber tTtafutgefät 
gur 23orauefe|ung fyaben. 233enn ein Sebewefen fof ifi, fein QefLftaat in SQftitltonen 
Singelgellen gerfäüf unb bie(e (tä) <$emif(§ gerfe|en, fo fann ein foldjer Äörper niemale 
auferfle^en. Sae ©eelenleben, bae bie gum Sobe in ib,m bewußf »orr;anben war, 
ifi gleidjgeifig erlofd^en ; ein fortleben ber 3Qftenf(^eufeele über ben Sob ^inaue ifi 

17 



nidjf möglid). Ser ungerfiörfe Organismus ifi bie 23orausfe|ung ber 23ewußf£;eif ; 
bie 233eIfenfa}Öpftmg mußte bett Grnfwicflnngweg ttori ^afytnnlliarben fdjreifen, Bis ein 
fo ^ocE> enfwicfelfes £eBewefen, bet 3Qftcnfc^ f geworben war, in bem 23ewußf£;eif 
erwachen fonnfe. Setfaüt bet Äörper als Sräger ber 35ewußft;eif, fo fcfywinbef bie 
233ad$eif ber @eele ; ber 9CTtcnfcfc> Wirb jur unBewußf burcfyfeelfen ©uBftang. SesfyalB 
irrf jebe Dteligion, bie öon einer ÜUuferfleljüng bes Äörpers unb einem fäottlehen ber 
@eele nacf> bem Sobe fpricfyf. 

333enn nun eine Religion fc$on fo leicfyf nachweisbar auf bem ©eBief e ber 23er* 
nunfferfennfnis irrf, fo benfen Begreif lidjetweife ernfle Stftenfdjen nodj> weifer. Ser 
3weifel an ber 3nt»erläffigfeif ber religiöfen £e^re ifi watf; geworben unb füfyrf %u 
ber auffieigenben ^tage, wie es benn mit ben Sefyrert Befiettf ifi, bie bie Religion üBer 
bie jenfeifige üßelf giBf , b. f). üBer bie 3D3eIf , bie jenfeifs ber äußeren (Srfcfyeimmg unb 
jenfeifs ber SSernunfferferatfnis jief;f. OB bie Oteligion in ü)ren 2Iusfagen üBer biefe 
innere, wefetu)affe 23SeIf, bas ©offline felBfi, ÜB>at/rc/eif giBf, ober oB aud? t;ier fid) 
3rrfum eingefdjlicfyen Ijaf ? 

Um bie gtage pi Beanfworfen, muß ftar erfannf fein, wag fd>on ber große Äanf 
Bewies, baß bie XJermmff in ü)rem wunberBaren Segreifen Begrenjf ifi auf bie äußere 
(Srfcfyeinung ; baß fie üBer biefe ©renken nidjf hinaus f ann unb bes^alB auct; gar niefjf 
weiß, baß in aller (Srfd^einung ein wefenfyaffer, göfflidjer ©e£;alf leBf. Sa fie gu biefem 
inneren 2Jßefen ber Singe ntdjf Einbringt, fo tonnen aud) SSorfteHumgen ber 25ernunff 
bas ©offline niemals „Begreiflich" macfcten, ober bie Senf formen ber SSernunff tton 
[Raum, 3«! u «b Urfäd)Iid)feif angewanbf werben, um bie jenfeifige 233elf p erfaffen. 
Stiles, was mif jpilfe t*on Senf&orjtettungen unb Senf formen üBer biefe ber SSernunff 
unerrei(f>Bare 955elf ausgefagf würbe, muß nofwenbig 3trfum fein. @otd)e 2Insfagen 
wären ein ÜBergriff ber SSermmff auf ein ©eBief, bas u)t »erfcfyioffen ifi unb »on bem 
fie eBenfoWenig efwas fagen fann, wie eine äfrmBanbu^r efwas üBer bas ÜXtonatd- 
bafum. Sie @eele Birgf ein anberes Srfennfnisfermögen, bas ü)r ein 25ewußfwerben 
ber jenfeifigen SSMf fd^enff unb göffßd)es 2Befen erfennBar mad^f. 3 m 3<$ ber 
OQftenfdjenfeele lenktet ©offa^nen auf im ©offesflolj unb im SrleBen ber göttlichen 
SBünfc^e. @o nimmf ber ÜXtenfd) 3S5efensjüge bes ©öfflidjen wafjr unb fann fein 
(SrleBen ©offes einen mif bem 2G3i|fen, bas SSernunff üBer bie (Srfdjeinung u)m reicht 
unb ©offerfennfnis gewinnen, bie u)m bie 255elf nid)f nur in u)ien äußeren ©efe$= 
mäßigfeifen unb formen Begreif öd) madjf, fonbern aud? ben @inn bes 235erbens 
unb ©eins aus erleBfem göf fßtfyem üßoCen enft;üllf. Siefes 255elfBiIb Würbe in unferen 
Sagen gewonnen burdj finngemäße 2tnWenbung ber (5rfennfmsfäf;igfeifen auf bas 
füt fie jufiänbige ©eBief. Seuffcfye ©offerfennfnis meibef EBergriffe unb bamif 2>rrfum 
unb giBf £affäd)Iict/feif, enffalfef unb fiärff bie menfcfylicfyen ©eelenfräffe unb fyüfef 
bie unanfafiBare <5*eit;eif bes perfönßd&en ©offerleBens ; je reicher unb flarer bas @r= 
f ernten ifi, bas fie bem 9Qfonfd)en gewähren, um fo met;r wirb er »on ber tiefen 233eis» 
B.eif ber Srfennfnis üBerjeugf unb burcfybrungen fein. @o Begf es im 2öefen ber 

18 



SBafyr^eif, bafj fie ber Stftenfa^enfeele fyo^es Äönnen gefunber (Snfwicflung unb finn= 
»oQer XSerwetfung guföfyrf unb n)m bamtf ^ilff, ben göffüdjen @inn feines Sebene 
ju erf ennen unb jU erfüllen. 

233te alle [Religionen, fo umfdbiiefjf bas (5f>ri(tenfum eine 2£nga§I »on fielen über 
bie jenfeifige 233elf. ©eine Äemteljre fpridjf t>on einem perfönlid^en ©off, bei außer* 
§alb bes QSMf alle als @d)iif falstenfer wofynf . Sie älnwenbung ber ©efe§e folge» 
richtigen Senfens feeweift, ba|j ein perföntid) bewußtes 2Jßefen eine XSorfleHung ber 
menf<§Iid)en SSermmff ifl, bie |1d) ben Übergriff erlaufet, bitfe XSorflettung aus ber 
Srfdjeiramg in bie 923elf jenfeifö ber 6rfd)eimmg §u überfragen unb bamif einen »er= 
wirrenben 2fctfu«» ju fd^a(fen. Sie 9ftenf<$en erleben ©öfflidjes in ü?rer ©eele ; ü)re 
23emunff benff nun, biefes ©offline muffe efeenfo wie ber 3Itenfdj eine ^3erfon fein ; 
weil ber OQfonfd) ein 23ewufjffein ^af, in bem fein ©offerieren aufflra^lf, benff bie 
23mumff, bas ©offline muffe aud> ein 23ewu0ffein ^aben; weil biefe ©offperfon 
in ber Srfdjeinung nid)f wahrnehmbar ifl, benff bie SSernunff, fie fei außerhalb bes 
TSeltdäs. Sie 3Qfonfd?en begingen alfo ben Senf fehler, bas ©offfeewufjffein, bas fie 
in eigener ©eele fragen, nad) außerhalb bee SKSelfatfs gu »erlegen. @o fd)uf bie 25er = 
nunff ben 3rrfum öon perfönlid>en ©öffero unb fd)mMfe fie in unermüblid)er (Sin* 
bilbungfraff mif ©genfa>affen unb gabigfeifen aus, bie bem menfc^Iid)en Seben in ber 
(5rfd)einung entnommen ober erwünfdjf Waren. Siefer plulofopbjfcfyen Gtrfemifnis gab 
©djopenfyauer mif folgenben 23Sorfen 2Iuebru(f : 

„Ob man fiä) ein 3&»l (@ö$enbilb, b. 23.) madjf aus Jjjolj, (Stein, OTetaU ober es jufammem 
fegt aus abftrat ten Segriffen, ifl einerlei : es bleibt 3&olatrie (©ögenbienfi, b. 33.), fobalb man ein 
perfönlid)es ÜBefen cor fid) fyat, bem man opfert, bas man anruft, bem man banfc. ^ebet 3Jitus ober 
jebes (Sehet jeugt unwiberfpred)lid) Don ^bolatcie." 

Ser gleidbe 23ermmfrubergriff liegf in jebem ©tauben an irgenbweld^e bewufjf 
bas &ä)iä(al lenfenben Äräffe außerhalb ber 9Cftenfä)enfeele, an eine 2lltmad)f, an 
bie ©ferne, an eine arifd)e @&)idfalsmad)f ober einen UrWiHen u. a., fowie an eine 
23orbe(limmung im 6ingel= unb XSolfsleben. Sas menfdjlidbe ßeben wirb im Dornen 
ber [Tfafurgefele öon menfd)li$en ©eelenfäfyigfeifen gefd)affen, unb je nad)bem biefe 
göfflid)em QSSoHen ober ber angeborenen ihwoHfommenljeif bienen, fefyen fiefeens» 
geflalfmtg unb bas felbflgewäfytfe ©dbitffal aus. 3)r. DCRaf^ilbe Subenborff nimmf in 
i^rem 2Serfe „Srlöfung »on %tfa ß^rijlo" (@. 193) ju biefer bebeufungwotten 
^rage @f eQung : 

„3n meinem 2Berte ,SeS 3I?enfd)en ©eete' t>abe id) in bem 21£>frf»nitf ,0as überbetvufcte 3d) 
unb bie llmwelf biefe 3tri*^" ü&« &'' 23orfe^ung unb bie enfgegengefe|fe 3 rr '<^re bet 2itl>eiften, 
bie aller göttliche 2Birfen im ©efd)e^en aoffreifen, ben tatfäa)tjd;en ©efe^en gegenübergefieQt unb 
ben 3crfum abgewogen : 

2Bie oft ifi im ßaufe ber 3a^rtaufenbe fdjon bas 33or^anbenfein einer mpralifd)en ©efegmäfjigf eit 
in 3Ttenfa)enfd)ii£fa[en bejaht unb beftritfen worben. Der ©taube ber 9IIenfd)en beroegf fia) ^ier wie 
überall mit Vorliebe im jn>iefad)en 3> ; rtum. Sie einen fagen : 3tid)ts gefd)ief)t auf ber ZBelt, bas 
nid)t ber ®ott felbft wiQ unb leitet, Sie anbern fagen : 2lHes gefd)ie^t nad) unerbittlid)en 97atur- 
gefe^en o^ne ben (Singriff eines bewußten ©ottes. ©iefe te|teren ftaben es lefd)t, bie 3Itenfd)en ju 

19 



überzeugen, fie brauchen nur alle bie baffen Ungered)tig{eiten ber ©d)id!fa[äfd)[äge einzelner unb 
ganger QSöICer auf jujäf)[en. Um fo fdjroerer aber roirb es benen gemadjt, bie in allen (Sreigniffen bie 
gbttlidje Sorfeljung malten feijen. 3mmer mieber finben fid) DI?enfd)en, bie ben 91?ut fjaben, jenen 
unfelig Don fraffem llngiüd! unb fdjroeren @d)id!fatafd)[ägen verfolgten Ulienfdjen gu fagen, ©oft 
fenbe aü biefei ßeib au« ßiebe, um bie Don ib,m betroffenen 37ienfd)en ;u fid) ju führen. (Sin ©lütf, 
bafj bie ©ebanfenlofigfeit ber Jpörer ebenfo grofj ifi wie bie ber ^rebiger unb fomit bie notroenbige 
©djlufjfolgerung Don beiben nur feiten gebogen roirb, nämlid) bie: Me Dom ßeib Verfolgten muffen 
alfo befferungbebürftige, fd)Ied)te 9Kenfd)en fein, aüe Dom ßeib 23erfd)onten muffen ^erDorragenb 
gut fein. Senn wie foüte fonfi if)r ®ott in foid)em Xun befielen ? 2Bie bürfte er nad) einem anberen 
©runbfa§e auäroäl>(en, ali nad) bfefem, für bei DKenfd)en 23oMommen^eit bebad)ten? 2Bürbe er 
Bid)f nur bie ©d)(ed)ten mit ßeib Derfolgen, fo roäre er ein OTenfdjenerjieljer, roeldjer f>inter jebem 
geredeten fiefjrer unb gerechten (Slternpaare roeit gurücEftünbe. ZBenn mir biefer furd)tbaren 3rriel^re 
bie befreienbe ©rfenntnüs entgegenfieQen, bafj ber OTenfd) an Selb unb @[üdE unb [eibfreien 3?iten 
foroof»! Dertümmern ali fid) DerDoMommnen, als enblid) im gieicfjen 3ufianb Derljarren tann, fo mirb 
bie 3rrie^re f>ierburd) nid)t erfd)üttert merben, benn ber ^totätoiHt ber UnooQfommenen mujj bem 
ßeib einen ^toe£ onbid)ten. (Sben megen biefer föniglidjen Unabl)ängigfeit ber inneren Teilung ber 
DTienfdjenfeele Don ber 2tr( ber äufjeren ©d)i(£fa[4fd)[äge tonnen mir es begreifen, warum in ber @e= 
fd)id)fe ber 23öISer "unb ber einzelnen 32?enfd)en bas 2Biberg&ttu'd)e unb baö Ungötttidje nad) bem 
$räfteDerI>ä[tnü), alfo nad) ben Dtaturgefegen über bai @6fttid)e fiegen Jann. (Set fielet biefe £atfad)e 
mit unferer ©otfertenntniä in {einerlei 2öiberfprud), benn roenn ber DKenfd) Xräger bei (Sottei-- 
beroufjtfeinä fein foü, fo mufj er aud) bie 2BaI)[ fjaben, ungdttlid) ober mibergöttlid) ju I>anbein, es 
mufj alfo aud) biefe 2lrt bes JfpanbelnS @ntfa[tungmög[id)feit I>aben . . . roie bas g6ttlfd)e £un. Sa« 
ifl ber ©runb, roesl>a[b fo mand)er geniale (Üingeuie unb fo mandjes geniale 23o[f erliegen tann im 
Düngen mit ber Ubermadjt Dermorfener Dl?äd)te. SeSfjalb tonnten j. 23. bie E)errlid)en Böffer, bie 
2Beft= unb Oftgoten untergeben. 2lber bennod) fdjliefjen mir uns bem groeitcn ber genannten Irrtümer 
nid)t an, ber eine ,23orfe^ung' überhaupt beftreitet.' ... 

,. . . SaS Obfiegen bei ungöttlidjen unb mibergöttlid)en SZBoIlenS ber 3Itenfd)en fann nur fo 
lange für ben göttlichen ©inn bes ÜBeltaHs unroefentfid) fein, ate biefer gefidjert ifl, toeil einjelne fid) 
jur SoUEommenFteif umfd)affen unb bei f>ef>ren 21mte8 malten, ©otte«bemufjtf>eit ju fein, folange fie 
leben. 2lber ein artanberer 3"franb bei 2Beitgefd)el)enä tritt bann ein, menn bie 3I?enfd)en Don ben 
mibergött[id)en (Siementen berart be^errfd)t unb gefä^rbet merben, bafj bat ganje Safein nun miber» 
gbttlid) gefraltet ifi unb ber ©eeientob unb bie ©eelenDerrummerung allen DI?enfd)en bro^t. Sann 
f)errfd)t Xobeinot bei ©otteäbemufjfl^eit auf ©rben. Sann mit einem Duale fjerrfd)en feelifd)e ©efe^e, 
bie id) in meinem 2Berfe nä^er befd)rieben fyabe. ©ie mirfen fid) nun fo aus, bafj Älarljeit ber ®ott-- 
erfenntnid in einjeinen ermad)t unb bie übrigen DIienfd)en bemufjf, ja fogar bie ©egner unbemufjt 
burd) i^r J^anbeln ben GJinfTufj biefer ©otterfenntni« auf bie 236lJer unb i^re ©efd)id)te förbern. 3ft 
bann auf biefe 323eife bie XobeSnot ber ©ottesbemufjt^eit auf (Srben übermunben, ift ber ©inn bei 
2BeltaIl« gefid)ert, bann treten mieber bie gem6^nlid)en ©efe|e bei ©efd)e^en« ein." 

60 muß erfannt werben, ba$ bie cfjrifilidje 2luffaffung öon einer 23orfe^ung als 
einer fcewu0f aufttzfyaSb bee 2S5ettaIl0 rotrfenben DItadjf bie innere feelifd^e (Snrfalfang 
bee 3Xlm(d)tn eBenfo un^eiI»oII ^emntf, wie fie bie ©effifl* unb ^Solfoer^alfung er» 
ffywett. Sie fett(lfi^öyferif(I>enÄräffe bee 3Itenfd?en, bie gum unlösbaren ©offeinsfein 
»or bem Sobe fireBen, erlahmen in ber 2t6^ängigfeif »on ber ©nabe eines perfönlidjen 
©oäes unb ber 9ftenf<jf> oer^arrr leidet in ber ltnt»olIE ommen^eif. (Sr erfennf bae ®öt£> 
lifye in feiner @eele gar nii^f me^r, weil jle, 'vom 3rrfum geblenbef, bie perfönlid^e 
©off^eif au^eri^atb ber 6rfd)einung fudjf, tnif ber fie burt^ jrjilfemitiel, Wie 2Inbai^f, 
20 



©ebef, Übungen in 23erbinbung gu fe$en bemüb, t. 3)er ©Iaube, baß jebwebes @d)icf -- 
fal gottgefanbt, t>orbe(iimmt fei unb „unerforfd)Iid)en Dtaffcblüffen" biene unb £ob,n, 
Prüfung ober £äuterung in (id) fd)Iieße, läßt ein 2ME in gtucKid)en 3«*«** etwa 
nad) einem fiegreicben Äriege, auf feinen Sorbeeren einfcbtafen, wie es bie Äönigin fiuifc 
nannte. 6s füfylf (id) ja völlig geborgen in ber ipanb feines ©offes unb im @d)u|e 
feiner 233ebrmad)f. ©s adbfef ber eigenen feelifd)en (2>d)wäd)en nicbf, ebenfowenig ber 
im QSolfe wüblenben 93ottsfeinbe, nimmt bie äußeren and) nid)f ern(t genug, unter» 
fd)ä§f alle ©efabren, »on benen bas Hieben allegeif bebrobj wirb unb unterliegt in ber 
erflen garten £ebensprobe. Samt aber i(t es gur Unterwerfung unter „©oftes gttgung" 
innerlich bereif, liegt wie gelähmt in Dfäebergefd)lagetu) eif am 25oben, (latf (id) bis gum 
te$ten 2ltemgug gegen @d)mad), (Slenb, Snfebrung unb 2Serf necbrung gu (iemmen. 
Ser 935iHe gur <2>elb(ige(ratfung bes @d)icffals ijt folgern 25oße burd) 33Sab,n unb 
£eb,ren ber £aßenf fagung genommen ; (latf feiner felbfi (inb es nun ^uben mit u)ren 
porigen, ^3rie(ler unb ©eb, eimorben, bie bie ©efd)id)te mad)en unb gange 23ööer lebig* 
lid) als Öbjeff e ü)rer aSelfpoßfif mißbrauchen. Sie 23ölfer fud)en in ibrer grengenlofen 
SSerfrauensfeligteif aud) gar nicht meljr nad) ben wirklichen Urhebern ber 25otfs= 
fataftrop^en, bie nicht hinter ben 255olfen (i|en, fonbern recht irbifd) (inb, aber nicht 
erfannf werben wollen. Sie überjtaafticben 9Käd)fe pflegen eifrig ben 3rrtum außer» 
weltlicher ©cbicffalsbeßimmung, um bie 'XSöltet abhängig »on biefen angeblichen 
über(innlid)en 9ftäcbf en gu Ralfen, fie in ihrem Äraffbewußf fein, ihrem @elbfi»erant= 
worfung» unb Safwilten gu lähmen unb bie Slbwebr gegen bie ungeheuerlichen glätte 
ausgufcbalfen, bie unter bem Secfmanfel ber ©cbicf falsbeftimmung t>on ihnen fetb(l 
an ben 2Sölfern »otlgogen werben. @o entgegen fie am leichteren ber ©efabr, einmal 
r>on ber Stupörung flarfebenber, lebens» unb freü)eifwitliger Sßölfer gur @übne heran» 
gegogen gu werben. 

£au(cbf man anberen ^enfeifsöängen bes ßbtiflenfums, fo ergibt (ich, ba$ aud) 
(ie bie SSernnnff als ifyren Itrfprung nicht verleugnen l önnen. Sas 3enfeif s bes 66, rijlen 
fängt nad) bem Sobe an — ein 3«tbegri(f ; £immel, $ötle, „fäenb gur Dfcecbfen 
©offes" (inb Dtaumbegriffe unb bas ©offesurfeil, bas Säten aus bem Siesfeits im 
3enfei£s iobnf ober (traff, begiebf bas ©efe| »on ttrfacbe nnb 2Birfung in biefes 
»ermmffgeborene, gebacbfe unb besbalb als 2ßafyn erwiefene 3e«f«fö ein. 

3eber DCTCenfd), ber biefe ©ebanfen einmal folgerichtig mifgebatbf bat, fie^f bas 
ßbrifrenfum t»or (id) in feinen wid)rig(len 25ebaupfungen »ößig gufammenbrecben. 6r 
i(l beforgf um alle bie ©eelen, bie tro| biefer unwiberleg[id)en ®rfenntni(fe an ber 
©^((lenlebre fe(ibalfen wollen. 3b,nen bfeibf nicbfs anberes übrig, als ber 2lufforbe= 
rung bes 2. Äor. 10 gu folgen, „unb nebmen gefangen alle Vernunft unter ben 
©eborfam Sb,ri(li". 3e »ernunfrwibriger bießebren (inb, bie geb,orfam geglaubt Werben 
foHen, um (0 meb,r ftu)If (id) bie 2Sernunff burd) (ie „wie »or ben Äopf gefd)lagen", 
um fo (icberer wirb (ie gelähmt unb bie fiebere geglaubt. Samit i(l bie Senffraff auf 
bem wid)fig(ten ©ebiefe, bem ber ßebensgrunblage, ausgefcbattef. @s wirb nid)f nur 

21 



bie Senffraff im 23olfe »erfümmerf, fonbern nun aud} folgerichtig bie 3CBiffcnfc^aff 
gefnebelf, foweif fte bett Sefyrgefyalf bcr Dteligion gefäfyrben f önnfe. 6in trrfumburä}; 
fe$fe0 23ilb »ott 23MfaH uttb Seim, mit @uggeflit>mef§oben fcfyon bem abwetyrun» 
fä^igen Ätttbe eingeimpft, »erbrängf fiare (Srfennfms. Ss (tttb bte Wenigflen JXtmfäm, 
betten es fpäfer im Seben gelingt, bie burdj ben [Migiommferricfyf erlittenen ©eelen« 
fctyäbigungen wieber abgufrreifen. 3Diefe Saffadje ift burd) gacfyärgfe bewiefen. @o 
rauj? ftcfy a«<^ auf bem ©ebiefe ber Srgiefyung bereife eine unüberbrücö>are Äluff 
gwifcfyen ber 3)euff<fyen ©offerfennfni© unb bem Gfyriftenfum geigen. (©iefye „Des 
Äinbeß ©eele unb ber (Slfern 2tmf" unb „Se^rplan ber ißebenefrmbe für Seuffcfygoff* 
gläubige ^ugenb" »on Dt. DTtafbJIbe Subenborff.) ©ie Seuf fdje ©offerfennfnis gibt 
bem Äinbe überhaupt feine 2SeIf beutung ober £inweife auf ©off unb bie Ie|fen 
Sebensfragen, Weil bas Äinb mif feinem unenfwidelfen ©eelcfyen gar nid>f in ber Sage 
ift, biefe fragen gu faffen. ©ie Wartet, bis ber «ifgeworbene, in feinen 23ewu0ffein0= 
fäfyigfeifen enfwicfelfe 3Ttenftf> biefe fragen *> 0tt f»d? a " fttfft', erfi bann wirb bie 
2tnfworf auf fruchtbaren 25oben fallen tonnen. 3»" Äinbe fiärff bie Srgielmttg bas 
göttliche SJßünftf; en gum gwedEerb, abenen ©uf fein unb 2Bab, rfein, gum ©ct>ön§eif erleben, 
gur 23egeijlerung für bae Sble unb ben 2tbfd?eu gegen au.es ©emeine. @ie fcfyap 
©elegenfyeifen für bae Äinb, ficf> mif ganger ©eele folgern ©rieben unb ebletn Sun 
fyingugeben, unb leitet es gur felbjltterflänbßcfyen ^Pflichterfüllung. Grnfte 235iHen0gud)f 
üernteibef es forgfälfig, ba$ ber für bie ©elbfienffalfung fo wichtige ©folg gerftörf ober 
in (Sifelfeif unb Überfjeblicfyfeif »ergerrf wirb. 3)as ßfyriftenfum gefyf anbere 2Bege. 
60 fann ficf> md)f erlauben, mif ber Übermifflung feiner 2jßelfenbeufung unb feiner 
DCRoral gu warfen, bis bas Äinb ben 3faffed)ara?fer geflärff unb bie ttrfeilsfäljigfeif 
enfwicfelf tyaf . Gfs muß fta? bem wiberjlanbsarmen finblidjen ©emüf bereits mif feinen 
erbfremben ftorberungen unb erfennfniswibrigen Behauptungen aufzwingen, ba bie 
©efafyr befielt, baf? bie ßeljre toon feeltfrf) »oHenfwicfelfen DCftenfd)en abgelehnt würbe. 
3)a bas ßfyriftenfum nidjf ©elbflgwecf ift, fonbern, wie ©eneral Subenborff immer 
wieber nadjweifl, ein Drittel iff, um3»ben= ober !}3riefterf)errfd>ff gu errieten, fo 
mu0 es barnad} fradjfen, unbebingf fdjon bas Äinb unter feine jperrfdjaffanfprücfye 
gu gwingen. lim ein 33eifpiel für bie befcfyeibenen 2tnfprücfye, bie fiefs bie gleiten 
bleiben, gu bringen, foHen fyier 2Xusgüge folgen, bie eine §ad?geiffd>rtff brachte über 
bas ftunbfcfyreiben $ius XL Dorn 31. 12. 1929 unb bie „Subenborffs SSoltsWarfe" 
im 2>a§re 1931 wiebergab, lt. a. werben folgenbe §orberungen erhoben: 

„Sie Äfrdje ifi 6ie ®«meinfi^aff übernafürlidjer unb ollumfaflfen&cr Dr6nung. 3^r Stety gefjt 
Sern garailien- un& (Staatetetfyt Dotaui. @« fin& gwci Jietfyttanfpzütfyt : i. Sie }>at \)bä)fte ßeljrgeroaK. 
1. ®ie ))at übernatürlirfic DKutf etföaft. 

Die Äircfje i)l traft iF>re* Kcrf)tc« O&Qig unabhängig in ber 2luöü6ung i^tec 6r jiel>ungäaufgabe. . . . 
©ie beftimmt ©egenftanö, Jllittel un& Umfang »et ©rjie^ung im ^fnblidE auf t>aä @rjie^ung*jie[, 
tat ^eil in 3ttenfä)en. Sarau« ift ju folgern, Öafj fie allein entld^ei&et, wie weit fid) gamilie un& 
(Staat an per @rgief>ung beteiligen Surfen. 

... Der <5taat tann gar nio)< in Äonflift mit btt Äirdje fommen, weil fein groecf, bae »iesfeiiige 

22 



©emeinwoj)!, Doli erreicht wirb, wenn bie Staatsbürger ju poDfommenen Etjriften ergogen werben. 
£»gifcf)erweife I>at ber SatfyDÜl alt d)riftlicfjer ©taats&ürger bie Pffidjf unb bas Dlecfjt, in einem 
ÄonfWf jwifä)en Äinfje unb (Staat bem (Staat XBiberftanb ju [elften. 

,@in iHecfjt ftaatlicfjer ©d)ulen erfennf bat D?unbfd)reiBen üBeri)aupt nidjt an (aufgenommen 
gad)fd)ulen etwa für bat Jpeer unb ftaafsbürgerlirt> Gtrjietjung) '. . . 2lIIe ©d)u(en unb alle £ei>rer 
unterteilen ber Autorität unb ber Kontrolle ber Äirdje." 

2$ieÖeid?f ift ee am Befien, biefen ^orberungen ein ttrf eil eines ber größten 2)euf f<f>en 
Senfer üBer bie djriftltdje Äinberergie^ung gegenüBergufMIen. £einri<fy §af(e ftu)rf 
©djopenb/Ouere Itrfeil in folgenben 233orfen an : 

„Sifjon im garten ÄinbeSalfer werben ben 3Renfd)en bie religiöfen 25orurfeite eingeprägt, ,eF>e 
nod) bie Urteifefraft au« u)rem 3Iiorgenfcf)Iummer ermad)t ift'. Unb in bem jungen empfänglichen 
©eifte Ijaftet fel&ft bat unfinnigfie Dogma in ber Kegel auf immer. Dafür forgen bie amf licfjen 33er* 
freier unb J^üter ber pofiitioen Religion, bie 'Priefter. Sie ftnb bie ,3HonopoIiften unb ©eneralpäcfjter' 
bet mefapl)nfifd)en 23ebürfniffeS bei OTenfcfjen, beren ©ewer&e barin Befielt, biefe« Sebürfnis nacfj 
3I?6gIia)feit auszubeuten, Woburd) fie iljren Unterhalt Begrünben unb iijre Privilegien gewinnen. Der 
menfd)(id)e 3nteHeff aBer ift ber (eibtragenbe Xeil. (Sr fyat anter foicfjen Qjinflüffen eine Q3erBilbung 
erfahren, bie gerabeju t?on einer ,partieUen ©ebjrntäl^mung' ju reben erlaubt, gang Befonberä ba, mo 
bie Religion mit ftaaflictjen Borrelien oerfe^en ift unb wo bie @rjieB,ung in ben Jjpänben ber ©eiftlid)- 
feit liegt Dtur unter foId)en 33oraut)fe$ungen ift ber ,brücfenbe 2llp' ju oerfteften bei £l>ei«mus, ber 
wä^renb ber gangen d)riftlid)en @pod)e bat reine Denfen Derfälfcfjt unb felbft bie Seiftungen (jeroor* 
ragenber Äöpfe empfinbiiä) Beeinträchtigt B,at. ©o Bebeutet bie Religion, gefd)id)tlia) unb pfnd)o(ogifd) 
Betrachtet eine ungeheure 23eljinberung bet gortfcfjrittes in ber @rtenntniä ber ÜBatjrijeif. 3Tur ©eifter 
t>on üBerragenber 3 n itfa<fo« ""& Äraft vermögen ben Sann ber ftaatiid) Bevorrechteten Denfweife ju 
Bretten ober ben Ijerrfd)enben JfirdjenglauBen gu fprengen — ein Wagemut, ben mancher t>on ifjnen 
mit bem DKärfnrertob f>af Bejahen muffen." 

£af bie 2Iufgud?f bee Äinbee 3<^re ^inburtty Bereife bie feelifribj ©efunbtyeif Beein* 
frätfyfigf, ftaff fie gu fräffigen, fo jlnb Beim fettfiänbigen (Smfriff ine SeBen bem 2lBer= 
glauBen unb 33Sa^nIe^ren jeber 2(rf bie %ott in DUenfd^enfeelen tt>eir geöffnef. 

[Run geigen bie pltenfdjen feine 2Biber|ionbefraff me^r gegen geifleefranfe fielen, 
bie bie ©eelen no<$ nac^b.alöger gerfiören fönnen, de ee bie ß^rijlenle^re Bereife fuf. 
(Sin gangee 23oIf, bae ©eelenfc^äbtgungen unterworfen würbe unb ifynen größfenfeite 
unterliegt, i(i in feinen SeBenefräffen aufe fc^Werfie gefcu)rbef, unb and) auf anberen 
ale btm religiöfen ©eBtefe @uggefiionen r>iIfXoe preiegegeBen. 60 lotfen n?cu)nburd^= 
fe|fe grembreltgionen ein QSolf ni^f nur ^inweg üon eifern, arfgemäfjent ©otferleBen, 
fonbern (iürgen »iele feiner Äinber in bie ©efa^r ber ©offleugnung, Wenn ber 2>rrfunt 
erfannf ifi unb Blufefrembe @iffenforberung bie (Seele aBflögf; ober fte führen gu 
(Mranfungen ber @eele, bie (iä) grabweife »erfdjjieben äugern. QSiele aBer, bie §eufe 
aus Sinfic^f in bie @eelengefe|e unb aus ©e^nfud^f natfy 2Ba^r^eif frei würben »om 
23Sa^n, gögern nact> aüem ©eelenmißBrau^, (irft in bie gellen ®tzaf)ltn bet (Mennf* 
nie gu wagen, ©rtyeu, o^ne 23erfrauen gunt eigenen Urteil, furd^fen fie, erneuf einem 
S)ogma unterworfen unb in ber gretyeif i^rer ,@eele Bebrob,f gu werben. 2£utr; werben 
Hüglig feifene ber 3SoHflfeinbe bie uttü&erfe&J&aren ltnferfd)tebe, bie bae ®ogma »on 
ber Grrfennfnie fonbern, »erwif^f. 3ae 3)ogma flellf Jöe^aupfungen auf üBer bae 

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fieBen, ben £ob, 23otgänge in ber @rfd)einungWelf, üBer bie jenfeifige 25Mf, übtt 
©off, ob,ne fid) im geringflen an bie&affad)Iid)feif gu Ralfen unb Oerfagf fid) bcr ernflen 
"pflidjf irgenbeiner 23eWeisftu)rung ; flaff bejfen forberf es unBebingfen ©IauBen an 
biefe off p§anfaflifd)en Se^aupfungen unb erflärf, baß ber im Sogtna gewiefene 
223eg bcr eingige fei, ber gu ©off fötyre unb bafyer jeber 3Qfonfd) gutwillig ober gwangs» 
läufig biefen ^eilsweg gefyen muffe. Sie Deuffi^e ©offerfemtfnis ipenbef bie gufiän- 
bigen ©eelenfäbjgfeifen auf bie (SrfennfnisgeBiefe an, wa^rf flefs ben (Sinflang mif ber 
Xaffad)Iid)feif bes 233iffens unb (MeBens unb üBergeugf ben01tenfd)en. @ie Behauptet 
nid)fs, fonbern Begrunbef altes ; fte fm)rf ben wa^rfyeiffudjenben 30ßenfd)en ben gangen 
233eg ber (Srfennfnis mif, ben ü)r @d)öpfer, 2)r. Dltaffyilbe ßubenborfj, fettfl ging; 
fo fann er fid) fd)riffweife ber @infid)f mefyr unb mef>r erfd)ße0en, Bis fid) aud) ü)m bie 
erhabene 232>irflid)feif enf fd)leierf §af. 3)euf fd)e ©offerfennfnis ifl wie jebe anbere (5r= 
fennfnis frei r»on ber @ud)f, 9Itenfd)en gu üBerreben, bie fid) nid)f üBergeugen laffen. 
@fiH unb ernfl fd)reifef fie aus eigener Äraff weiter, ofyne eines Btinben £inne§mens 
gu Bebürfen. @ie weiß fid) aud) frei tton ber gewaltigen 2lnma$ung, gu Behaupten, 
ba0 fie ber eingige $eitsweg fei ; Birgf fie bod) in ber Siefe tt)rer 2Beis§eif bie ©in* 
fid)f, bafj es 2Sorfd)riffen üBer bie 233ege gu ©off üBerfyaupf nid)f giBf, fonbern jebe 
(Seele nad) ib, rer perfönlidjen (Sigenarf ©offeinftang in fid) fd)affen fann, biefe @eeten= 
geflaltung aBer burd) feine £e6re ober (Srfemtfms Von außen ber berBeigefubrf wirb. 
@o fann £>euffd)e ©offerfennfnis nie bae (MeBen bes eingelnen Bebrängen, gefd)Weige 
benn ben 2S5eg gur ©ewalf wägten. 6s wirb ber @eele »olle ^reibeif gelaffen, bie finn= 
gemäße ßnffalfung ibrer Äräffe aBer für ernfle ^3fUd)f gehalten, foweif fte burd) 6r= 
giebjmg unb @faafsgefe|e gefiebert werben fann. 

255ie wid)fig eine gwberung bes 2B3iffens unb feine felBfläubige, rid)fige SSerwer» 
fung für ben 9Itenfd)en ifl, ergiBf fid) aud) aus ben 233ißensenf fcblüffen, bie bas $anbeln 
ber 93?enfd)en im (SingelleBen unb im SSolfsIeBen Beflimmen unb bie aBbängig finb 
»on bem ©rabe ber Ginficbf ber QSernunff. JUEfägtid) werben SXRißgriffe »on ÜXtm- 
fd)en Begangen, Weil fie fid) ÜBer bie folgen ibres $anbelns nid)f flar finb. 2Benn 
bie 3)euffd)en 23auern gu ßufbers 3«>f &« Sinfid)f gebaBf Raffen, baß fie ü)re Bered)* 
figf en ftorberungen nid)f burd) ©ewalffafen burd)fe$en burffen unb fonnfen, fo Raffen 
fie fid) nid)f gu ibnen »erteilen laffen, fonbern anbere Äampfesarf gefud)f unb fid) 
bamif unfaglid)es (SIenb unb Sluö?erg:e0en erfparf. SeBensBebro^enb ifl besfyalB bie 
QSerfümmerung ber ©enffraff für ein QSolf. J8ei ben 2D5ittensenffd)eiben, bie ben 
Saf en vorausgehen, fpred)en aud) ©ewiffenswerfungen Beflimmenb mif. ^ebe [Religion 
»erraiffelf 2Iuffaffungen »on bem, was guf unb Böfe fei ; mif ber [Religion gugleid) 
werben biefe 2Berfungen aufgenommen unb ber ©läuBige Bemtu)f fid), in feinen Xatett 
biefen ^orberungen gered)f gu werben. SDSenn fo!d)e ©lauBensle^re bie ÜBergeugung 
erweiff, ba0 alle 3Henfd)en i^r unterworfen fein muffen unb alle 2SiberflreBenben 
qualöotl ausguroffen ftnb, fo wirb mif Beflem ©ewiffen ein unge^euerlid)er Dtaffe- 
fampf g. 25. gegen bie 3)euffd)e ^rau enffeffelf ; unter ber ^SorgaBe, es ^anbete fid) 
24 



tun £eren, werben DltiEionen ebler grauen an £eib unb @eele gefd)unben; bieOteü* 
gion preifl es als wohlgefälliges 2ÖBerf, als »erbienfröott unb gut, ben &e$er ju 
motben : ^riefte bei IMigion unb ©laubige flehen um @d)eifert;aufen unb (Ingen 
angeftd)fs ber Öual ber guriEenbenSeiber u)rer 23Iuf0gefd)wifter : „©rojjer ©off wir 
loben i)id>!" SDiefer ß^oral foüf e ;Deuffd)en DIcenfd)en fyeufe nod) in bie Öljren gelten, 
um biefe 23ilber ber ©efd)id)fe warnenb Wachzurufen, nid)f um in irrefüfyrenbem ©off« 
»erfrauen weif er eingufd)Iäfern! 2Inberfeifs ift wor;I eine religiöfe Überzeugung benfbar, 
bie in ü)ren 333erfungen »on ®uf unb 23öfe bas wweräu0erlid)e 3ted)f ber ÜXtenfäm- 
feele auf ©eiftes= unb @ewiffensfreir;eif als ©ettffceerftänblidjfeif fiebert. @old)e 
2Iuffa(fung rauf} 2)ulbfamfeif gur ftotge f;aben unb anbere ©efd)id)fe geftalfen wie ber 
©taubensfyafj. 

2Ius biefen JBeifpielen ergibt fidt> mif 3)euftid)feif, wie enffd)eibenb bie ©efd)id)fe 
bee 2Mf es bereits burd) bie 2frf ber Äinbererjiet;ung beftimmenb wirft unb welche unge« 
Ijeure 23eranfWorfung alte (§rgier;ungbered)figfettfyaben; bas erbärmliche @id)brücfen 
um bie XSeranfworfnng mif ber SSorgabe, bie Äinber möd)fen fid) fpdfer im Sehen nad) 
d)rifilid)er 2fufgud)f felbfi enffd)eiben, §älf fyier nid)f ftanb; benn biefe 2üifjucbJ ^af 
ja bereits weifget;enb über bie (Seele bes ljeranwadjfenben ©efd)led)fes unb bamif über 
feine ©efd)id)fegeftalfung enffdjieben. 23on größter 23ebeufung i(l neben ber ©färfung 
ber2)enf= unb Itrfeilsfraff unb raffefümlid)er URotal bie 233ittensgud)f, bie eine frei» 
willige P(Bd)ferfüßung ben DTofwenbigfeifen ber 23olfserf;alfung gegenüber erreicht 
ober, wo gteiwittigfeif öerfagf, bas Unerläßliche erzwingt. Sie Kare 2tbgrenjung 
ftfftid)er gteüjeif unb ftffßd)en QmanQee aus £)euffd)er ©offerfennfnis fd)ü|f »or 
QSergewalfigung ber inneren gtei^eif unb ©efafyrbung ber XSolfserfyatiung burd) bie 
menfd)Iid)e tUwoHfommenfyeif. Die freiwillige ©norbnung in eine fifftid) geführte 
23oHsgememfd)aff ift allein bes 3CRenfd)en würbig unb wirb gern geleiflef, Wenn eine 
finngemäße 2SiHen0jud)f fd)on in ber Swg^ gelernt würbe, bie gunäd)fl forn (Sr= 
jie^er ausgebt, bann aber in freier ©elbflänbigfeif »om Äinbe geübt wirb. 2)er t>on 
©eburf an »or§errfd)enbe 233iÜe im 9Itenfd) en ifi ber urtooHf ommene ©elbfterfyalfung» 
Wille. 21He göttlichen [Regungen ber @eele will er nur folange unb foweif bulben, 
wie if/tn fein 3?ad)feil, feine Itnluft unb fein £eib erwäd)fl. (Sin 5JI?enfd>, ber (ein 
Sjanbeln »on biefer fned)fifd)en2£ngfl wor ttnannefymlidjfeif unb Seiberleben beftimmen 
läßt, fennf feine $teü)eif ; er ift <25fla»e feines <s3elbftert;alfunawillens. 93fif Reißer 
©ier aber erjlrebf berfetbe 233iHe alles SufterfüHen, ungead)fef ber pflichtgemäßen 
3lücffid)fnaf;rae auf bie eigene ©efunbljeif unb bie ber Ofacfyfa^ren, fowie ber 3ted)fe 
ber 33oösgefd)wi|ler. 6in 3Qfanfd), ber fid) biefem glücfs^ungrigen SSiHen unterwirft, 
ift ber ©flaue feiner unerfaff tieften 233ünfd)e. Jlur ein Sltenfd), ber fid) »on biefen 
^effeln befreit, in (Sr^abenb, eif über ©Iücfsfef;ttfud)f, über £eib unb Sufl bem göttlichen 
jweef freien 333otten lebf, ifi iperr über feine @eete; er ^af ben förid)fen @elb)rerb,al= 
fungwitten unfergeorbnef ; nie fann er in 3ügeIIofigfeif entarten; in freiwilliger 2BiI= 
Iensjud)f wiberfle^t er alten QSerlocfungen ; er fann and) nid)f t»on außen beb, errfd)f 

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werben, beim er wiberfle^t aud) Srobjingen unb £eib. @r nimmt alle folgen feines 
gotfgeeinten j>)anbelns auf ftd). 233ir Raffen ipiete f©Id)er 3tftenfd)en, bis bas Sfyriften» 
tum mit So^woerljeißung nnb ©frafanbro^ung eingeführt würbe. 2K5ir waren bamats 
ein 23oö »on gteien; nad) iooo 3a^ren Gfyriftenfum fletyf es anbers int SSotfe ans. 
@iffßd)e gxei^eif unb auf u)r begrünbete äußere fäzeifyeit ifl ein fycfyes moralifd)es 
©Uf, bas im ©eelenabel wurgetf, in moralifd)em ßeben unb kämpfen gewonnen 
werben Eann, bem ttnwürbigen aber immer unerreichbar bleibt. (Ss ifl fd)wer für bie 
9Cßenfd)en, ben utwoQfommenen unb flarfen ©elbflertyalfungwillen gu gügeln unb 
bamit ben erflen @d)rift gm: ©elbflbefreiung gu tun, wenn biefer 23Siße eine unerhörte 
©tärfung burd) bie Religion erfährt, bie für ein beflimmfes Verhalten u)m bies» 
fettigen unb jenfeitigen £obn guftd)ert, unb er im gegenteiligen "fiaüe gefd)recff wirb 
mit biesfeifigen unb ewigen ©trafen. 2lbgefe$en ba&on, ba$ biefe SSerfnüpfung mit 
bered)nenbem SenEen, biefe Ärämerei »or ber ©offbeif, wd^r^aff göttliches ^anbeut 
ausfd)ließf, füfyrf es einen 233eg, ber nid)t gur greujeif bes einzelnen unb bes SSolfes 
fü^rf, fonbern in £örigfeif öerflricff. @o ^aben 2>uba unb [Rom fid) flets gu Ferren 
ber „3Qftaffen" aufgeworfen, weil fie fie burd) 53erfpred)en an bie ftiflgier roberfen, ober 
burd) furd)fbare ©frafanbrobung ängfligfen. Ss l)alf aud) bas ßfyriflenfum burd) 
fein £o^n» unb ©fraffpflem unfreie, willfährige 9Itenfd)en gu bilben, bie am 9Tarren= 
feil ber ©lücfsgier unb Seibangfl nad) ^Belieben gelenff werben fonnten unb fönnen, 
wie es bie ^Jläne ber überflaatlid)en 9Xtäd)te erforbern. S)araif ifi nun ber eingelne 
in feinen 233ittensentfd)eiben nid)t metyr auf (id) gejleHf , fonbern in 2Ibt;ängigfeif »on 
feinen geijligen gtüjrern gebracht, bie ü)rerfeifs feinen 233iUen unb fein £anbeln in 
bie erwünfd)ten Sahnen lenfen. 

(5s geigt (id) baburd) fd)on, wie bebeufungöoll ber menfd)lid)e 2D3iHe nid)f allein 
für bas Qcingeileben in feiner Sluswirfung ifl, fonbern ba$ ber 2BiHe bie @eelen= 
fät)igfeif ifl, bie am flärfflen in ber ©efd)id)te ber Xüölfer i^ren DT«eberfd)Iag finbet. 
©efd)id)fe ifl, wieSr.ailaf^ilbeSttbenborff nad)weifl, 3Cftad)fgefiaItung aus 'SSiüms- 
fräften. 5)es§alb tritt and) frei 25efrad)fung bes ßinflujfes ber [Religion ober ©offerfennt« 
nis auf bie 2BiHensäußerungen bas @d)ic?fal ber Singelfeete gurücf hinter ber ernflen 
Jrage ber 2Solf serr)alfung. Sie ©lanbensübergeugung f ann ben menfd)Iid)en ^Bitten 
im ©itme ber 23olfeerr)attung, ber 33olfsgefat)rbung ober gar ber Bewußten 2Mf sger» 
flörung lenfen ; fie f ann nur im ßinf lang mit btm göff Iid)en 2S5itlengur ©elbfl« unb 2kf er= 
Haltung fielen ober göttlichem 23SoQen guwiberlaufen. S)a»on Wirb es abhängen, ob 
eine ^olifif gum 2ßo^te bes SSotfes ober graufame Vergewaltigung getrieben wirb. 
2Iud) ^olifif erwäd)fl aus ben ©runblagen ber 233eltanfä)auung ; glaubt fie, biefer 
©runblagen entbehren ober wiberfpred)enbe ©runblagen vereinen gu fönnen, fo wirb 
fie ein 25ilb bes @d)wanfens unb ber ^atb^eifen bieten, bas gielflarem 23Sotten nid)f 
lange fianbfyälf. Sine Sßelfanfd)auung muß, wie ityr ÜRame fagf, eine Antwort auf bie 
Jrage wiffen, wie bie 355elf würbe unb Warum fie würbe. (5s liegt in it)rem QSSefen, 
baß biefer Sebensfinn bann gielflrebig »erwirflid)f wirb; fie greift bamit in alle £ebens= 



geflalfung befrimntenb ein unb formt fte, fowofyl in bie imterfeeüfdje bes 9flfonfd}en, 
wie aud) in ben Stufbau unb bie ©efd)id)fe bes SSolfelebens. 

iDielDeuffcfye ©offertennfnis ftcfyerf bemSSolfe gefunben Gsinflang mit f>em 2Botten 
feines 23Iuf es unb bem Sßiffen unferer $eit. 3« Harer ber einzelne fie nacherlebt, um 
fo fiärfer füfytf er ben 233efensgteicfyHang mit ben 23luf sgefd)wiftern ; gemüfsfiefe 
XSolMiebe wirb wad), ftärff ben SSefyrwillen im Spanne unb ben SQfotfferwitlen in 
ber §rau im feelifd)en 3ufammenfcfylu(3 ber ©teid)blütigen unb ©leichtfertigen. ©leid)= 
berechtigt, aber t>erfd)ieben geartet, (ledern 3ftann unb fitau bie Spaltung bes SSoltes 
an Seib unb ©eete. 3(1 bie Sariraff bes 3Ttannes aus bem (tfflid) ju begrengenben 
SCRacfyfwiHen maßgebenb auf bie unmittelbare ©efialfung ber ©efd)id)fe unb ü)rer 
äußeren @reigni(fe gerichtet, rampff er fyier, bis (Spaltung unb gteifyeif ge(td)erf (inb, 
fo fyaf bie grau bie ernfie 2lufgabe, i^rem 333efen enffpred)enb nid)f nur ben Ollann 
px unier(tü|en, fonbern felbflänbig ben Äampf gegen bie 23olfsfeinbe auf feelifd)era 
©ebiefe um (Sribalfung unb fttefyeit bes QSolfes ju führen. Dann erjt ifl fte bie j^üferin 
ber ©eele unb ber Äultur ifyres Joffes. Siefer Äantpf fd)liefjf bie ßrfyalfnng jübifd)en 
©eiftesgufes als Sebensgrunblage aus unb forberf an erfler ©feite bie ©elbflbefreiung 
»on fold)en Äeffen. Sie 3ted>fsfcfyö;pfung unb Dtedjffprecfyung entflammen ben raffe* 
fümlid)en ©ifftidjfeifbegriffen, bie bem arfgemäfjen 333elfbilb »erwoben ftnb unb Dorn 
SSolfe als 3£ed)f erlebt unb anerfannf werben ; anbernfatts gwingf eine blufsfrembe 
233elfanfd)auung basSSott burd) ja^ttofe ©efe|e unb fyarfe ©trafen jur 3nnefyalfung 
ifym frember 3ted)feforberungen, bie ju bauernber 2luf lefynung gnminbejren ber ©eele 
2Mafj geben, ttnjufriebejtb/eif unb innere Unruhe fd)affen. 23on ben als D?ed)f ernannten 
ober feftgefe|£en Sebensformen aus geftalfen fid) bann folgerichtig bie tDtrffdjafffidjen 
Sebensbebingungen bes 23olres. ©ein gefamfes gei(liges Seben, fein MfureHes 2tuf 
blühen ober 23erfümmern finb r»on ber welfanfd)aulid)en ©runblage abhängig, fitem 
Subenborff gab uns um ber 235id)figfeif biefer Srfennfnis willen in bem 2Berfe 
„SteXSolfsfeele unb ü) re 9Itad)f gefiglf er" eine ©egenüber(teHung fold)er ©runbbegriffe 
unb ifyrer 2luswirEung aus ber 3Deuffd)en unb aus ber jübifd)en £ebensbefrad)fung, 
bie (td) bas Gfyriflenfum Weifgefyenb pi eigen gemacht fyaf. 3 n bem 2lbfd)niff „3)er 
©nflufj bes ©offerlebens auf bie ©efd)id)fe" werben bie gegenfd|lid)en 2luffaffungen 
über ftfflid)en unb unfifflid)en Ärieg, ftfflid)en unb unfifftid)en ^rieben, 2lrbeif, 23e(t(j, 
©faafsform unb anbere übergeugenb aus bem »erfd)iebenen rafftfet) bebingfen @eelen= 
leben aufgezeigt. 25on ber £eiligfeif aßen Sebens aus 2)euffd)er ©offerfennfnis burd)= 
brungen, (id)ern bie 53olfsfirtber felb(h>erflänbli(^e Spaltung bes ©eins, ob,ne it;ren 
DltacfyfwiHen in Dtaub unb ©ewalfgier entarten ju laffen, bie fitefyeit bes einzelnen 
unb fiveifyeit anberer 23ölfer gu bebro^en. 3ia(fefugenben lend)fen im 23orbilb auf; 
raffe^arfe ^3erfönlic^!eifen als Sräger »ölfifd)en ©elbfler^alfungwiHens werben üon 
^ellbtitEenben 2tugen erfannf in ifyrer 35ebeufung für bie SSoöser^alfung, ü)r Dtaf 
»erfrauensfoll befolgt. 2So^t hefyütet ifl fold)es XSolE, be(fen Äräffe ftd> ftfflid) enf= 
falfen, um perfönliä) einem finnwollen £eben, ber 23oHs= unb ber ©faafser^alfung gu 

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bienen. (Mannt werben awf) bie geheimen unb öffentlichen 23ottßfeinbe ; enf fd)Ioffene 
2fBweb,r will iJ^re 23ernid?fung o§ne ÄubJ&anbel unb ofyne ©cfyeinerfolge. ©o ftcfyerf 
Seuffcfye ©off erfennf nie bie @eelenein&/eif unb SeBenßficfyerfyeif bee 23oöeß, gefunbee 
©emüfßerleBen, gefunbe Senffraff unb gefunben SeBenewillen bee eingehen unb 
bee QSolfee. 

2Inbere tnu$ ftcfy eine 233elfreIigion außwirf en, bie ü)rem 3»u)ali un & fy tm 3^ m 
nad) fein »ölfifcfyeß SigenleBen, fonbern ein 223elfreicfy üBer EoIIeffi&ierfen SSößern 
erridjfen will unb bannt ein fünfllicfyeß, auß SQftacfyfgier erfe^nfee ©eBilbe an bie 
©feite bee XJoßßfumß fe$f. Siefe 2BeIfgieIe, bie eine Unterjochung ober 2Iußroffung 
arffiarfer 23öHer gur 3Soraußfe§ung ^aBen, wurgeln in ber jübifcfyen Uteligion. üUfe 
yitatpemm, greiraaurerei, als 6§riflenfum unb Ööulfißtnuß Würben fie mdjfjübifcfyen 
23ööern geBraefyf, um ifyre SeBenßfoaff Bewu0f pt gerff ören. OB bas 3«! erreicht wirb 
burdb, af^eijiifd^en Äommunißmuß ober burdj cfyriflürifyen Äommunißmuß, ober burcf> 
tunfllicfy IjerBeigefufyrfe ©eifleßerlranEungen, bas BleiBf für bie 23öHer gleidj; ber 2Seg 
ifl ber bee ©eeleranijjBraucfyß, burdfy ben bie SSöIfer iljren SafwiCen »ölfifdjer Srfyak 
fung unb gteifyeif unBewußf »erweigern, u)n lähmen, unb nur Betätigen im ©inne ber 
2BeIfgieIe, wenn (ie buröt> 25eförung unb ftanafifierung §ocljgepeiffcfjf werben. OB 
wirflidj aucfy bas ß^riflenfum foldjem ©freBen bienf, möge ee felBfi in 233orfen unb 
Safen Begeugen. Saß (SingelleBen fle^f ba unfer ben wefyrloßtnacfyenben 25efefylen ber 
23ergprebigf (9Itaff§. 5); bie ©ippe unfer ben gerfe§enben $orberungen Sufaß 14, 
26 unb äfmlicfyem : 

„&o 3emanb gu mir lommt, unb fjaffct nid)t feinen Ztater, JRutttr, 333ei&, Äinber, 25rüber, 
6a)tt>eftern, aud) bagu fein eigene« SeBen, ber fann nid)t mein 3ünget fein," 

Sie 2. ßtpifl. @f.3°I?<M»»M0 10 forberf ben 23or>foff ber XMfßgenoffen, bie (I<f> 
ber aufgebrungenen £e&,re nicfyf unterwerfen : 

/,©" jemand ju eud) lommt, unb Bringet biefe £el>re nirftt, ben nehmet nid)t ju .Spaufe unb grüßet 
ihn aud) nirfjt. Senn wer iljn grufjet, ber maa)t fid) teilhaftig feiner Bbfen 2öerJe." 

Unbulbfamfeif Biß gur SSernidjfung ifl ein DQforfmal djriftlic£>en SenEenß. Sie 
QTäc^fienOeBe gilt ben ©lauBenßgenoffen, nidf?f ben 23Iuf ßgefcfywiflern ; ©lauBenßfyafl 
unbSlauBensfriegfmbfifflicfyeftorberung^i 12,49—53 unbSüftaffl). 10,33 — 37)- 
Sie grau ifl nicfyf „©offeß 23ilb unb Sljre" (1. Äor. 11,7) wie ber 3Kann ; besf>aIB 
ifl fte ifym unterworfen unb gum ©efyorfam »erpflidjfef, geiflig unb gefe|Iidj entrechtet. 
Sie Öff. ^of). 5, 9 — 10 erfiärf unmiffrerflänblicfy, ba$ alle ^Golfer auß ifyretn ©famm, 
OTufferfyrac^e, i^rem 2Soö unb üjrer D^afion ^eraußerlöfl werben foDen, um baß 
Dteic^ ©offeß auß i^nen gu machen. Ser 3ube 6ß Dla»age ^af im 3°^ re x 9 2 8 fotgeube 
2(ußftu)rungen, bie fyier nur außgugßweife wiebergegeBen werben fönnen, gemacht: 

„3^r mad)t oiel ßärm unb fRaferei über ben ungeEm^riitfjen (Sinflug in euern X^eatern unb Äinoß. 
6*^r gut ! angenommen eure Äiage ift tt>oi)l Begrünbet. 3(6er was ift bie« alle« im 23erg[eid) ju 
unferem oerblüffenben ©influg in euren Sirä)en, euren @d)ulen, eurer Regierung unb — in gerabe 
ben @eban(en, bie i^r jeben £ag — benf t ?. . . . @in ungefd)id!ter Dluffe fäifd)t eine 2£nga^I Papiere 
unb t>er&ffentlid)t fie in einem Sud), genannt „Bie ^rotoroue ber 2Deifen Don ^ion", bas geigt, wie 

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wie uns t>erfd)woren, ben legten SBeitfrieg f)erbeigufül)ren. 3^ c glaubt biefem Sud). @anj red)t. Um 
bes Argumentes willen werben mir jebes 2Bor^ baoon unterfd)reiben, 6» ifl red)t unb autl>entifd). 
2lber was ifl bies neben ber unzweifelhaften I>iflorifd)en 33erfd)morung, bie mir burd)gefü(jrt Fwpen, 
bie mir niemals in 2tbrebe fteOten, weil il>r niemals ben 3Kut fyatttt, uris bamif ju Belagen, unb beren 
ooQftänbiger 25erid)t Don jebermann gelefen werben fann ? . . . gattet i(>r es wirclid) ernft meint, wenn 
ff>r oon jübifd)en 33erfd)mbrungen fpred)t, barf id) nid)t eure Aufmertfamteit auf etwas lenfen, was 
einer Erwähnung mert ifl ? 23on wehfjem Vorteil ifl es, 2Borte ju t>erfd)enben über eine angeblfd)e 
Überwärmung eurer dffentlidjen 3Keinung, burd) jübifd)e ginangfers, 3''tungsbefi§er, Kfnomagnaten ; 
wenn iljr ebenfo geredjtermeife uns ber nad)gemiefenen Überwalzung eurer gangen »jipilffation burd) 
bas jübifdje Soangelium anflogen fönnf ? . . . 2Ber roefjj, meld)e große unb l>errtid)e Seflimmung 
euer gemefen märe, roenn mir eud) in ?Kuf>e gelaffen fjätten. . . . ZSir änberten ben gefamten 2Beg 
eurer ©efd)id)te. . . . ZBir mad)ten eud) ju willigen unb unbewußten Xrägern unferer OTiffion für bie 
gange Welt. . . . 2Bir haben eure ^bolt f>eruntergeriffen, euer 9taffenerbgut weggeworfen unb fle er= 
fe$t burd) unfern (Bott unb unfere Xrabition. Äein (Sieg fann nur im entfernteren mit biefem unferen 
(Bieg über eud) t>erglid)en werben !" 

3m Äampfe ber ©eifllicfyfeif habet Äonfefftonen gegen ben Dtaffegebanfen Bei 
mu^tjübifdjen Göttern liegt bafyer folgerichtiges cfyrifllicfyee £anbeln »or. 3?aä) 2lnjtd)t 
ber S^eologen ift bas alfe Sejlamenf bas 23ucfy ber 23er§eifjung, bas neue Seflament 
bas 23ucfy ber Erfüllung. Sie QSer^eigungen tunben bem „auserwäbjfen 23oöe" 
SBelffyerrfcfyaff üBer alle ttidi)tiübif($en SSötter, bie Wie bie Siere bienffBar gu machen 
ober Bei 233iberjtanb auszutilgen (inb. Sie ÜXtitfet unb 233ege, um bas jübifdje 
3D3iQensgieI gu erreichen, »erben »on bem jubifdjen Oftifionalgoff burd) ben 9Itunb 
feiner ^3ricjlcr genannt: SSernidjfen arteigenen ^oösglauBens, ©türgen unb QSer= 
tnecfyten ber 93oIMömge, 3taffenfd)anbe, Sift, 3tauB, 9Q3ud)er im Sanbe, „ba^in bu 
fommjt, basfelBe einguneljraen". ©uro? bas neue Seflament erfüllt ftd) ber 233ille 
3ubas, ba ber jübifdje Dteligionfriffer nidjf gefommen ifl „bas ©efe| unb bie %ko* 
pfyeten aufjnlöfen, fonbern gu erfüllen". (Sr öer&oUftänbigf fein 25efenntnis gu ber 
©enbung feines SSoQes mit ben 3S5orfen fttf. 19, 27: „2ff>er alle jene meine Jeinbe, 
bie nid)f wollen, bajj id) üBer |le Ijerrfdje, Bringet §er unb erwürget fle »or mir." 

5)ie ©efd)ici)ie geigt, wie biefer jübifcfye 3D3iffc, ber r>om (S^rijlenfum uBernommen 
würbe, fid) in einer graufamen, fd)onung!ofen ^Polifif gegen bie freie <2>eele, ben SeiB 
unb bie Seßenernögticfyfeiten nid^fjübifc^er 53öHer »erwirflid^te. 23on ben ©efd)tc^te= 
Beriefen bes alten Seflamenfs Bis ju ber neueflen ©efd)i(i)te ber ^Golfer, ein OTeer 
»on Äluf unb Sränen, »on wißfürlici) unb planmäßig ^erBeigefu^rfem SIenb, burc^ 
unfitflic^e Äriege unb gtett)eifrauB grauenvoll gemehrt. Ulit^t nur bie ©efcbidi)f e ent^üQt 
folcl) furd)fBares SreiBen Bewußter 25oIfsgerflörung im Dramen bes ß^rifienfums, aud^ 
d)rifllic[)e Äulfurbenfmäler wie ber 23remer 3om Bezeugen es. 333enn nun bie SiBe[= 
Worte, ©efcfyicfyfe unb Äulfurwerfe biefe einheitliche ©prac^e ff rechen unb ber ^rfb^ecr 
(1e in i^rer gangen ungeb/euerßcfyen ©efa^r erf annte, bann wirb wob,I enbüd) bas 2SoH 
»erflehen, warum er i^m immer wieber warnenb unb forbemb fagt : 

„3°) w ^' ^ bM Deutfd)e Holt begreifen lernt, bafj bas altt Xeflament bas ©efe|bud) unb 
poUtifdpe Se^rbud) ber 3«ben ifl, unb ba$ bas neue Xeftamenf bie Pcopaganbalefjre ifl, um 3><ben= 
^errfd)aft ober !Prfefler^errfd)aft ju erridjten." 

30 



3Detn 23egreifen aber fyaf auf £)euff<fye 2frf üBergeugungfreues £anbeln gu folgen, 
bie äußere ©emeinf(§affen nicbf eingebt ober löfl, wenn bie ©eele i^nen WiberftreBf. 
3ene a&er, bie nicbf begreifen wollen ober l önnen, erfüllen ben 235iHen ^fy®^ 
3ef.6 l9 -ii: 

„£&ret es unb oerfteljet ee nic^f ; fefjet es unb merfet e« nirfjt. 23erftod!e 6a« Jperg biefeö 23oflfs, 
unb lag if)te Df>ren bitEe fein, unb bleute ifjre 2iugen, baß fie nidjt fefjen mit i^ren Slugen, npd) f)6ren 
mit fluten Diäten, nodj t>erftef)en mit iljcen bergen, unb füd) BefeFtren unb genefen. 3ä) aber fprad): 
j£lerr, wie lange? @r fprad): 23is baf; bie ©täbte roüfte werben oljne ©inwo^ner, unb bie J^äufer ofjne 
Beute, unb bat gelb gang müfte Hege." 

Siefe gorberung ^^we^ß S«r ©eelertoerfümmerung, um Oteffung ber XSölfer 
unmöglich gu matten, fefyrf in allen wer ©pangelien wieber. Siefem ^afywefyBefefyl 
folgen alle Gtyriften, bie einen Befonberen fiaaflidjen @cfyu| für it)re ©tauBenstefyre 
Bewirf en möchten burcfy (^Weiterung bes § 1 66 im ©£rafgefe|6ucfy, bie praffifä) bie 
©eifhs* unb ©ewiffensfreiljeif gugunfien bes ßfyriftenfums emfdjrättren würbe, ba jebe 
älufffärung üBer ©efafyren unb 3rrfümer ber £e§re in rf>rifllic^ettt Itrfetl als flrafBar 
erachtet würbe. 2lHe feelifd) Äranfen unb QSerfümmerfen aBer finb, audb o§ne es gu 
wollen, eine ©efafyr für ti)t QSoB. 3)er gtembweg mad)f bie XSölfer gu Äarapffd^aren 
für Dlom unb 3uba unb gegen Ü)res eigenen 23oöes SeBen unb greifyeif. (Sine 
foläy fie^re muß ifyrem 33Sefen nacb üBenoöIfifd^e 235erfe an bie erffe ©feile fe|en 
unb fann Döffifcfye ober nationale nur foweif bulben, wie fie ber 223eIfre;puBIicE ober 
btm ©offesreidb. nidfyf gefäfyrlidj finb, unb nur Bio eines biefer 2G3eIfrei<fye mit i-jilfe 
ber irregeführten SSöIfer erfämpff ift 3m 23oIfe lodEerf ficb. burcb, bie internationale 
2lusrid?fung ber »ööifd^e 3ufammem)aÜ; bas (SrBguf ifi »erfdjüffef, bie ©eeleneinfyeif 
bes 23oöes gelöft gremb, f a If ober gar als geinbe flehen ©Ieia}BIüfige neBen- ober 
gegeneinanber. Unb Wenn foldj ein armes »erwirrfes QSoH burcb, ernfles ©cfyicffat 
Wie ben SJßelfrneg, pIö|IidE> Wacogerüffelf wirb, bie ©timme feines 25Iufes wie ein 
lieBes, fraufes Sieb wieber fyörf unb biefer ©timme, bie es fyeinu)olen möchte gu fiep 
felBfi, mit tiefer Srfcfyüfferung laufet, Wenn es fid? im SeBensfampfe Brutal gebemüfigf, 
enfe^rf, enteignet fiefyf an ^Perfönlicfyfeifwetfen, an »ölfifHjen 23Serfen, an 2irBeiferfrag 
unb 33efi|, unb bie alfe Äraff in (Smpörung aufBred^en Will, bie ItrfyeBer bes 23oIfs= 
gefc^iefes jur 23eranfwortung gu gießen, bann fönf es »on ben Äanjeln : ©elig finb 
bie ©anff mutigen! ©elig finb bie griebfertigen! ©elig finb bie geiflig 3Irraen! 

gura^tBar i^ es für t»öttif<f>e [Jllenfc^en, fo öiele SSolfegefdjwiflern burcE) ©Ieidt>= 
gültig! eif ,£)Berf[äd)Ii t^Eeii gum Untergang taumeln px fe^en, bie ref f enbe ^ilfe in ^änben 
gu Ralfen, fie wieber unb wieber — unb off toergeBIidj gu Bieten! mitogen bie 23Sorfe 
biefer ©c^riff niemals SSorWanb für bie 23e^aupfung Werben, ber ßefer fenne nun 
bie Seuffcbe ©offerfenntnis. 2jßäre i^r Dleic^fum in fo wenig QKSorfe gu faffen, fo 
^äffe D^Ilaf^ilbe Subenborff nicfyf fieBen 3S5er!e gefd^rieBen, bie biefen Keid^fum, unb 
gwar in einer 33Sorffaffung Bergen, bie jebem ÖXtenföen gugänglicb. i^, beffen ©eele 
Älar^eif üBer bie Ie|fen fragen erfe^nf. DRöge biefe @cf>riff ben 233unfcb wachrufen, 
gunäc^fl bas furge 25oKsBücf)Iein ÜR. Subenborffs „2Ius ber ©offerfenntnis meiner 

80 



233erfe" gur Sjanb ju nehmen, unb bann an bei &ueHe fettfl öon fiefcen 2Serfen gu 
fdfyöpfen, bann ifi biefe (Säfyrifr ipilfe, fotoeif #ilfe möglich tft Senn man fann unb 
barf fein QSolf nid?f gut gteifyeif gwingen ; frei te>ä§Ir e0 fein @c&i<f fal felfcfl. Snfweber 
ee fyaf notfy bie &raft unb ben 2Siüen jur @eE6fibefyaupfung ober ee gefyf gugrunbe 
bnrc^SnöourgeIung,@t^iiffat0tt>a^n unb unfiäli<fye£a$enffagung! Seufftfjergreifyeifc 
fampf ringt gegen jübifcfj=d)rijlli<$e 2ßtion! 23or ifym leuchtet un&errücf&ar ein 3'^ '• 

(Sin SentfdjeöCReicf) für ein Senf fä)ee 25olf, 
eins in ftaffeerbguf, ©tauben, 2itd)t, Äulfur unb 333irf fdjaff ! 



Duetten: 

Die pljilofopljifrfjen 2Ber?e Don Dr. DU. £ubenborff. 

3fi ®of terf enntni« mbglia; ?, t>on St. Dlt. £ubenborff. 

2BaI)n über bie Urfadjen beö <5dji<SfaIS, Don Dr. Uli. £ubenborff. 

»erfdjüttefe OSolfefeele, odh Dr. DR. fiubenborff. 

3n&ujierteö 3rrefein bura) Dfftiltle^ren, oon Dr. 311. fiubenborff. 

£rug ber 2lftrolog'*/ oon Dr. DK. £ubenborff. 

2ef)Tplan ber fiepenöfunbe für Deutfäjgotfgläuoige 3"9«nb. 

oon Dr. 31?. ßubenborff. 
(£l)rift[id)e ©raufamfeif an Deutfdjen grauen, 

oon Dr. 3R. ßubenborff unb ÜBalter Sbljbe. 
De* Bolle« <5a)iäfar in d>rifHid>en Silbmerfen — ©eifTtetsfrife, 

Don ©eneral ßubenborff. 
Die £id)foringer — Die @efd)id)fe vom 3Xiebergang eines STafurDoIfe*, 

oon (Srirf) ©tfieurmann. 
T)ae fdjfeidjenbe ©ift, oon Jp. 3tef>malbt. 

Die £&u"e alt Seftanbteil ber Äinbererjie^ung, oon Dr. 2B. 2Benb(. 
©efd)Ieo)feroerIjäItniiS unb @I>e im obffifdjen Deutfdjlanb, 

oon £. 2BeüingI)ufen. 
<5d)openf>auer, r»on Jpeinr. .£affe, Q3erl«g @. Dieinljarb, 3I?ünd)en 1926. 



81 



SetitfdEje ©otterfenntniö 

»n8 bei; ©ottetfenntnis meinet SBetfe 

©ei). M 1.50, ©anst. J8M 2.50, 144 Seiten, 21.— 23. Saufenb, 1936 

Sriuntpl} beS ttnftetblidjfeitnrflleng 

Ungefüge S3olf3au3aa&c, gel). #W 2.50, ©anleinen ÄW 5.—, 416 Seiten, 
25.-32. 2aufenb, 1937 

Set ©eele Urfprnng unb S8e[en: 

1. Seil: ©djöpfunggefdjidite 

Ungefimte s -Bolf3auSgabe M 2.—, ©anleinen M 4—, 108 Seiten, 8. 6i8 
15. Soufenb, 1937 

2. Seil: $e§ SRenfdjen Seele 

®e$. <#JÜ 5.—, ©anleinen MJC 6—, 246 Seiten, 10.— 12. SEaufenb, 1937. 

3. Seil: Selbftföjötfung 

©anäleinen M 6.—, 210 Seiten, 6. unb 7. Xoufenb, 1936 
Der Seele Surfen unb ©eftalten: 

1. Seil: 2>e§ fttnbeS Seele nnb bet eitctn »mt 

©ine ^üofoöljie bei (Srjie^ung 

©anäleinen AM 6.—, 384 Seiten, 13.— 15. Xaufenb, 1936 

2. Seil: Sie »oHSfeele unb tyte SBadttgeftaltet 

(Sine Sßf)iIofoBljie ber @efd)id)te 

©anäleinen M 7.—, 460 Seiten, 9.— 12. £aufenb, 1936 

3. Seil: Sa3 ©ottlieb bet »öttet 

eine spijüofopljte ber Shitturen 

©anäleinen Wl 7.50, 392 Seiten, 5. unb 6. Saufenb, 1936 

Seljtpfon bet SebenSfunbe fttt Setttfdjgottgjtöubige 3«genb 

Slufgefteflt Bon grau $r. äRatljitbe gubenborff 

®e^. JUt —.50, 32 Seiten, 18. unb 19. 2aufenb, 1937. 

%8ttte $ux weiteren $(itfftärima 

3ft ©ottetfenntnfc mdglldj? 

ein SBort ber Klärung im SJeurfdjen ©lau&enäringen 
©elj. JtiH —.10, 16 Seiten 

&a!m übet bie Utfadjen beS <Sdjitffal3 

®et). <#UÜ —.15, 24 Seiten, 1934 

Setföfittete SoHSfceb 

5Radj SBeridjten au3 Sübtoeftafrifa, mit lltn{d)tagbtlb, gel». MJl —.60, 
48 Seiten 

ääalntpmt burdj ©elfter glaube — 3nbttiiette$3trefein butdjOftultlefamt 

Sin §anb öon ©eljeitnfdjrift nadjgetoie[en 

©elj. MjK 1.20, 120 Seiten, mit Silbern, 14.— 16. 2aufenb, 1935 

Set Stug bet Sfttologie 

®e$. M —.20, 20 Seiten, 28. u. 29. Saufenb, 1936 
3u begießen burd) ben gejaraten.SSudjljanbet unb burd) unjere Sudjbertreter. 

£ut>enbocff$ ^etUs @. m. &.«£., 3tt finden 19 



©eneral Subenborff: 

$e§ SBotteS Sdjitffal in djrtftltdjett SBilbnjetfen — ©eifteSftife 

Sonberbrucf 

©elj. M —.20, 12 Seiten unb 11 Silber, 41.-60. Saufenb, 1935 

®r. 3RatIjilbe Subenborff 
unb SB a 1 1 e r 8 ö Ij b e : 

GI)riftfid)e ©raufamteit an 2)eutfdjen grauen 

erweiterte Slufl., gel). Ä —.25, 20 S., mit Umfd)lagbilb, 63.-72. Sfb., 1937 
©ridj ©djeurmann: 

Sie 2id)tbringer — 

Sie ©efdjidjte Dom 9Mebergang eine§ Staturoolfeä 
©ei). M 2—, 136 (Seiten, 4.-6. Saufenb, 1936 

£ e r m a n n 9t e Ij tt> a I b t : 

2>a§ fdjleidjenbe ©ift 

3)er Dffulti3mu§, feine Seljre, Sßetianfcfiauung unb S3efämpfung 
©elj. M —.90, 64 Seiten, IL— 15. Saufenb, 1935 

'2>r. tneb. SS. SB e n b t : 

2>te §ötte a(S »eftanbteU ber SHnbereraieljung 

©et). Ä —.20, 32 Seiten, 15.— 17. Soufenb, 1937 
Sena D f} l» a l b • SB e II i n gl) u f e n : 

©efdjledjtemetljälttttS unb eije im oößifttjcn 2>eutfd)fonb 

©et). ÄW —.45, 20 Seiten, 11.— 13. Saufenb, 1936 



„Slnt ^eiligen ßuefl 2»etttfd)e* Ähraft" 

mit Siefbrudbeilagen erfd)eint am 5. unb 20. jeben SKo- 
nat§. ©3 ijt bie einzige geitf dEjrif t, in ber ber gelbtjerr 
unb feine ©attin fdjreiben. jjtnmer gegentoartnalje, un« 
terrtcfftet Sie Subenborff? §aIbmonatgfdjrift über alle 
©ebiete Bölfifdjen ©eifteStebenS, aber aud) ü6er baä 
heutige SBirlen ber überftaatlidjen SKädjte in ben S3öl> 
fern (£uropa§ unb ber ganzen Sßelt; ferner finben Sie 
SIBtianblungen über ffunft, SBiffenfdjaft, SBirtfdjaft, ©r- 

äiet)ung unb $od)fd)ulh)efen. 
(Sinäelüreiä M. —.40, SföonatSbegugäpmä burdj bie 
Sßoft M —.64, unter Streifbanb Dom SSerlag M —.70 




trigts i.ft.19» «<MH3ttte 



Qu be^ietien burd) ben gefamten S3udjt|anbet unb burd) unfere S3udjDertreter 



Subenborff^ Verlag @. m. b. «£)., "üft uneben 19